Der Band umfasst die Protokolle des Parteivorstandes und der anderen Führungsgremien der SPD vom Parteitag im Juni 1950 bis zum Parteitag im September 1952, einer Zeit, die in der Bundesrepublik geprägt war von der Auseinandersetzung um den Kurs der Regierung Adenauer hinsichtlich der Westintegration und der Wiedervereinigung. Die widerstrebende Mitarbeit der SPD im Europarat, die Einbringung der westdeutschen Montanindustrie in die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl und die Wiederbewaffnung im Rahmen einer Europäischen Verteidigungsgemeinschaft waren die außenpolitischen Themen der Parteiberatungen. Außen- und Sicherheitspolitik wurden vom Parteivorsitzenden Schumacher bis zu seinem Tod im August 1952 und von seinem Stellvertreter Ollenhauer immer auch im Zusammenhang mit gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Machtfragen gesehen, so dass auch die Innenpolitik in den Beratungen ihren Platz fand.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.04.2011
Unerschöpflich scheint das Interesse der FAZ an Sitzungsprotokollen von Parteien, Ministerien und Parlamentsausschüssen. Auch Christoph Stamms Edition von 16 SPD-Sitzungsprotokollen aus den Jahren 1950-1952 hält dem prüfenden Blick des Innsbrucker Historikers Rolf Steininger stand. "Interessant und hervorragend eingeleitet" seien diese Dokumente; zudem werden sie, wie Steininger wohlwollend zur Kenntnis nimmt, um vielerlei Anlagen, wie z.B. Publikationen aus dem Parteiorgan "Neuer Vorwärts", ergänzt. Ansonsten hält sich die Rezension nicht weiter mit der Herausgeberleistung auf und steigt direkt in die Materie ein: Westintegration, Wiedervereinigung und -bewaffnung, Stalin-Note und Viermächteverhandlungen lauten einige der Schlagworte, die im Raum standen und zu denen sich die SPD unter Schumacher und Ollenhauer verhalten musste. Darüber, wie sie das im Detail getan hat, geben die hier diskutierten Dokumente weitreichend Aufschluss, wie der Rezensent versichert.
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