Die Justiz wird häufig als Black Box, als undurchschaubares System wahrgenommen. Viele Entscheidungsprozesse sind nicht nachvollziehbar. Der Rechtsstaat ist keine Selbstverständlichkeit. Die grundgesetzlich garantierte richterliche Unabhängigkeit ist immer von innen und außen bedroht. Eine demokratische und transparente Selbstverwaltung der Justiz existiert in Deutschland nicht. Der ehemalige Richter Christoph Strecker berichtet aus der Black Box über seine Erfahrungen und über die richterliche Lebenswelt in einem System von Hierarchie und Karriere. Er bemängelt, dass es in der Justiz weniger auf Gerechtigkeit und menschenfreundliche Verfahren ankommt als auf die effiziente Erledigung von 'Fällen'. Dazu gehört auch, dass in der Richterschaft die Vorstellung weit verbreitet ist, Rechtsprechung habe nichts mit Politik zu tun. So führt das Desinteresse an den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zu einer permanenten Bestätigung der bestehenden Machtverhältnisse.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 29.09.2015
Wie es um die richterliche Unabhängigkeit in Deutschland wirklich bestellt ist, erfährt Christian Bommarius in dieser Aufsatzsammlung des Ex-Familienrichters Christoph Strecker mit Texten aus den vergangenen 30 Jahren. Gut geschrieben und selbstkritisch bietet ihm der Autor Einblicke in die richterliche Lebenswelt, die laut Rezensent nicht jedem Richter gefallen dürften. Der Autor berichtet praxisnah von Hierarchie und Karriere, von Anpassungsbereitschaft und davon wie richterliche Unabhängigkeit dauernd von innen wie von außen bedroht ist, so Bommarius.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.09.2015
Rolf Lamprecht bespricht dieses Buch des langjährigen Richters Christoph Strecker leider nur sehr kurz, dabei hat er es offensichtlich mit großem Interesse gelesen. Da die Richterschaft eine zwar eine privilegierte und unabhängige, aber auch absolut geschlossene Gesellschaft sei, dringe kaum etwas aus dem Innenleben dieses Berufsstands nach außen. Strecker macht da eine Ausnahme, freut sich der Rezensent, der in dem Buch über die Zwänge des Berufs gelesen hat, über Ängste und Nöte, aber auch über Anpassung und Anbiederung, Hierarchien und Karrierismus.
Lena Schätte: Das Schwarz an den Händen meines Vaters Motte wird sie von ihrem Vater genannt. Eigentlich hat sie sogar zwei Väter: den einen, der schnell rennen kann und sich auf alle Fragen eine Antwort ausdenkt. Und den anderen,… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Angelika Klüssendorf: Trost 2022. Angelika Klüssendorf erzählt von Liebe, Entzweiung und der Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Rita, Meisterin darin, sich in die falschen Männer zu verlieben, fällt plötzlich…