Das Bundesverfassungsgericht genießt großes Vertrauen in der Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland. Bisweilen richtet sich ihr Blick, in der Hoffnung auf die Lösung gesellschaftspolitischer Streitfragen, nahezu sehnsüchtig nach Karlsruhe. In der Öffentlichkeit ist aber kaum bekannt, wie dieses Gericht zusammengesetzt ist, wie es funktioniert und wie es zu seinen einflussreichen Urteilen und Beschlüssen kommt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.10.2025
Rezensent Valentin Feneberg anerkennt, dass Alexander Thieles Buch knapp und verständlich in Facetten des Bundesverfassungsgerichts einführt. Wie Karlsruhe im Spannungsfeld zwischen Politik und Recht agiert, kann der Autor laut Feneberg am besten dort zeigen, wo er technische Details und ihre politische Bedeutung erläutert, etwa zur Richterwahl. Hier gelingen Thiele Kritik und Handlungsempfehlungen gleichermaßen, lobt der Rezensent. Etwas uneindeutig scheint Feneberg der Autor bei der Feststellung zu sein, wo "richterlicher Aktivismus" beginnt. Konsequent systematisch ist das Buch laut Feneberg eher nicht, es bildet aber die Vielseitigkeit des Bundesverfassungsgerichts ganz gut ab, meint der Rezensent versöhnlich.
Eine starke, auch meinungsstarke Schrift über die Rolle des Bundesverfassungsgerichts in der politischen Gegenwart legt der Jurist Alexander Thiele hier laut Rezensentin Peggy Fiebig vor. Thiele beschreibt in diesem Buch, so Fiebig, die verschiedenen Verfahrensformen, die am Verfassungsgericht angesiedelt sind, darunter Normenkontrollverfahren und Verfassungsbeschwerden. Thieles Beispiele stammen dabei teils aus eigener Erfahrung, was Fiebig gefällt, weil es einem das Thema auf anschauliche Weise näherbringt. Gleichzeitig argumentiert Thiele, lesen wir, dass die Gesellschaft oft zu viel von Karlsruhe erwartet, nämlich de facto politische Entscheidungen - tatsächlich, findet der Autor, überschreitet das Gericht gelegentlich seine Kompetenzen und wäre gut beraten, dem Gesetzgeber hier und da mehr Spielraum einzuräumen. Denn demokratisch ist das Gericht nicht allzu stark legitimiert, stellt Thiele klar. Insgesamt plädiert der Jurist dafür, den Schwerpunkt der öffentlichen Diskussion wieder stärker vom Verfassungsgericht weg und hin zur Politik zu verlagern. Fiebig hält Thieles Buch für einen wichtigen, angenehm unaufgeregten und klar ausgearbeiteten Diskussionsbeitrag.
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