Deutschlands Außenpolitik sieht sich seit 1871 einem Zielkonflikt ausgesetzt: Soll sich das Land im "Windschatten der Weltpolitik" einrichten? Oder soll es "weltpolitische Verantwortung" übernehmen? Hatte noch das Kaiserreich einen verhängnisvollen "Platz an der Sonne" gesucht, so hegten die grauenvollen Erfahrungen zweier Weltkriege die deutschen Ambitionen ein und prägten eine Kultur der Zurückhaltung. Der Sturm eines Krieges sollte nie wieder von Deutschland ausgehen. Mit der deutschen Einheit und dem Ende des Kalten Kriegs lag eine Rückkehr zur weltpolitischen Rolle nahe; doch die deutsche Außenpolitik seit 1990 lässt sich besser verstehen, wenn man sie als den Versuch deutet, in den Wettbewerbsvorteil des Windschattens hineinzukommen. Mit dem Überfall Russlands auf die Ukraine ging diese Option 2022 jedoch verloren. Mariano Barbato spannt in diesem Buch den Vorstellungsrahmen deutscher Außenpolitik in einer meteorologischen Metaphorik auf und erklärt ihre "Wetterwechsel" eindrucksvoll entlang der außenpolitischen "Morgenlagen" des Kaiserreichs, der Weimarer Republik, des NS-Staats, des westdeutschen Kernstaats und des vereinten Deutschlands.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 12.12.2022
Der Politikwissenschaftler Mariano Barbato widmet sich in seinem Buch der Außenpolitik aus Kanzler-Sicht, erkennt Rezensent Johan Schloemann: Allen Kanzlern seit Bismarck ist ein eigenes Kapitel gewidmet, um die historische Entwicklung mit ihren Brüchen und Kontinuitäten zu zeigen. Der Rezensent lernt, dass die deutsche Außenpolitik immer wieder zwischen Zurückhaltung und Dominanz wechselt, was oft mit der jeweiligen wirtschaftlichen Situation zu tun hat. Die titelgebenden "Wetterwechsel" liest Schloemann dabei aber nicht nur inhaltlich, sondern auch in der Sprache Barbatos, die ihm mit ihren steten Wettermetaphern manchmal etwas zu repetitiv gerät, der Stil ist ihm etwas zu "unsortiert." Das kann der Rezensent mit Blick auf die inhaltliche Schlagkraft und Anschaulichkeit aber gut verzeihen.
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