Christophe Honore

Mein aufgewühltes Herz

(Ab 13 Jahre)
Cover: Mein aufgewühltes Herz
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2001
ISBN 9783596850877
Gebunden, 125 Seiten, 9,92 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Julia Holbe. Was, wenn die eigene Familie zerbricht, man sich selbst Hals über Kopf verliebt und niemand einem hilft über den AIDS-Tod des schwulen Bruders hinwegzukommen? Marcel ist 14 und beschließt, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Dazu gehört auch die Suche nach der Geschichte seines Bruders, die so hartnäckig verschwiegen wird...

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 04.10.2001

Die Familien- und Pubertätsgeschichte des jungen Franzosen Christophe Honoré hat den Rezensenten Reinhard Osteroth zutiefst beeindruckt. Marcel, der Protagonist und Erzähler des "turbulent-traurigen Familienberichts", ist ein Mensch, so Osteroth, der einen gar nicht mehr loslässt. Er verliebt sich in Cécile und verlässt Mutter und Vater, die sich seit dem Aidstod des Bruders überworfen haben und fortan mit ihm "wie still gestellt" leben, berichtet der Rezensent. Für ihn ist diese sensible Geschichte ein "Parlando mit Gewicht".

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 19.09.2001

Die Kategorie "psychologischer Roman" landete bei der Jugendliteratur bisher automatisch im Regal Mädchenliteratur, meint Christina Thurner und freut sich, daß mittlerweile psychologische Jugendromane mit männlichen Identifikationsfiguren auf den Markt kommen. Gleich zwei davon stellt sie vor: "Mein aufgewühltes Herz" von Christophe Honore und "Schattenparadies" von Hansjörg Schertenleib.
In beiden Büchern haben Helden schweres psychologisches Gepack zu tragen bekommen: beide haben vor Jahren ihren Bruder verloren. Schertenleibs Protagonist Patrick, 14 Jahre alt, begreift im Lauf der Geschichte, dass er mit der Trauer um seinen Bruder selbst umgehen lernen muss.
Im Fall von Honorés Marcel liegt der Fall nach Thurner komplizierter und wirkt beinahe aufgebläht durch zuviel sozialen Problemstoff: der 16hjährige Patrick flieht mit seiner Freundin, die von zuhause weg möchte und lernt auf diesem Weg, Traumata aufzuarbeiten und Leid zu teilen, wie Thurner schreibt. Honoré habe seine Figuren jedoch so feinstimmig, glaubhaft und völlig undidaktisch gezeichnet, dass die Geschichte dennoch überzeugend wirkt, versichert die Rezensentin.

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