Die Bilder gingen um die Welt, der Gezi-Park wurde zum weltweiten Symbol des Aufstandes: Im Frühjahr 2013 protestierten aufgeklärte Türken und Türkinnen und forderten mehr Demokratie und den Rücktritt Erdogans. Doch es kam anders: Im August 2014 wählten 52 Prozent Erdogan zum Staatspräsidenten. Warum? Das Land ist gespalten: Die einen sehen in Erdogan den "Vater der Heimat", hoffen auf wirtschaftlichen Aufschwung und Stabilität, die anderen fürchten eine Entwicklung hin zum islamistisch-konservativen Staat. Erdogan verfolgt seinen Kurs unerbittlich: Medien und Verwaltung werden ideologisch auf Linie gebracht, Kritiker inhaftiert, die Justiz, die politische Opposition und das einst mächtige Militär gedemütigt und ins bedeutungslose Aus abgeschoben.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.06.2015
Dass Tayyip Erdogans AKP die absolute Mehrheit bei den Parlamentswahlen am Sonntag verfehlt hat, dürfte die Autorin freuen, vermutet Rezensentin Luisa Seeling, denn Cigdem Akyols Sympathien liegen ganz klar bei der aufgeweckten Gezi-Bewegung, der sie sich in diesem Band ausführlich widmet. Mehr verrät die Rezensentin allerdings nicht. Stattdessen rekapituliert sie noch einmal Erdogans Aufstieg aus dem Hafenviertel Kasimpasa und erklärt damit seinen kleinbürgerlichen Konservatismus wie auch den Hass auf die säkularen Eliten. Neu klingt das alles nicht, aber vielleicht steht in dem Buch auch mehr als in der Rezension.
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