Zwei Jahre nachdem im Frühsommer 2013 die Proteste gegen die Regierung Erdogan und die Zerstörung des Istanbuler Gezi-Parks ausbrachen, werfen die Autorinnen einen Blick auf die junge Türkei, auf kulturelle, ökologische, wirtschaftliche Entwicklungen, die das Land grundlegend verändern. Ost und West, Okzident und Orient prallen am Bosporus aufeinander. Vor allem seit die muslimisch-kongeziservative Partei unter Recep Erdogan die Regierung stellt, scheint es, als habe sich der Druck auf die junge Generation erhöht, sich künstlerisch und persönlich zu entfalten und einer Entwicklung gegenzusteuern, deren Triebkräfte die engen Moralvorstellungen und finanziellen Interessen des türkischen Staatspräsidenten sind.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.02.2016
Luisa Seeling findet es sehr optimistisch, das Buch von Karen Krüger und Anna Esser über eine zivilgesellschaftlich engagierte, pluralistische junge Türkei. Ob die Autorinnen die Istanbuler Gezi-Bewegung nicht allzu sehr generalisieren, fragt sich Seeling da schon und verweist auf die massive Beschneidung der Grundrechte unter Erdogan, die Zivilgesellschaft praktisch unmöglich machen. Dennoch hält Seeling das Buch für gut beobachtet und differenziert.
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