Aus dem Englischen von Susanne Höbel. Eigentlich hatte sie andere Pläne. Ein selbstbestimmtes Leben, Reisen, vielleicht eine Karriere als Schriftstellerin. Doch als sich Ingrid in ihren Literaturprofessor Gil Coleman verliebt und von ihm schwanger wird, wirft sie für ihn all dies über Bord. Gil liebt seine junge Frau, und dennoch betrügt er sie, lässt sie viel zu oft mit den Kindern in dem kleinen Ort an der englischen Küste allein. In ihren schlaflosen Nächten beginnt sie, Gil heimlich Briefe zu schreiben. Statt ihm ihre innersten Gedanken anzuvertrauen, steckt sie ihre Briefe in die Bücher seiner Bibliothek und verschwindet schließlich auf rätselhafte Weise. Zwölf Jahre später glaubt Gil, seine Frau wieder gesehen zu haben - und ihre gemeinsame Tochter Flora, hin und her gerissen zwischen Hoffnung und Verzweiflung, beginnt nach Antworten zu suchen, ohne zu ahnen, dass sie nur die Bücher ihres Vaters aufschlagen müsste, um sie zu erhalten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.03.2017
Rose-Maria Gropp ist überzeugt, dass Claire Fuller mit diesem Buch bei uns bekannt werden wird. Die "packende" Geschichte einer Suche, nach einer Mutter, nach einer Frau, nach der Wahrheit, besticht laut Gropp durch den unzynischen Blick der Autorin, das geschickte Spiel mit wechselnden Erzählperspektiven sowie die raffinierte Verschränkung der Erzählstränge. Der kühle Ton verstärkt für Gropp die Dramatik der offengelegten Gefühlswelten. Aufregend findet die Rezensentin ferner Fullers Hand für synästhetische Schilderungen und den Zauber des Rätselhaften sowie den temporeichen Sprachrhythmus, den Susanne Höbels Übersetzung gut einfängt, wie Gropp meint.
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