Aus dem Englischen von Susanne Höbel. Peggy Hillcoat ist acht Jahre alt, als ihr Vater James mit ihr zu einer langen Reise aufbricht. Was als Abenteuerurlaub beginnt, entpuppt sich nach einem gewaltigen Unwetter als ihre einzige Chance. Denn der Rest der Welt ist untergegangen, erzählt ihr Vater. Zum Glück hat er sich in der Londoner Prepper-Szene auf das finstere Ende vorbereitet. So gelingt es den beiden, sich zu einer Hütte im Bayerischen Wald durchzuschlagen. Neun Jahre lang werden sie hier der stolzen, launischen Natur trotzen. Sie werden Kaninchen und Eichhörnchen fangen und im Winter Hunger leiden, weil James besessen war von der Idee, ein stummes Klavier zu bauen. Wenn Peggy singend darauf spielt, wird die Welt wieder unendlich weit. Licht und Finsternis liegen eng beieinander in dieser düster schimmernden Fabel. Und so hat Peggys Überleben einen fürchterlichen Preis.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 07.10.2021
Rezensentin Sylvia Staude annonciert einen besonderen Roman mit diesem Debüt der Britin Claire Fuller. Erzählt wird die Geschichte von Peggy, die von ihrem Vater, einem Prepper, eingeredet bekommt, die Mutter sei tot, die Welt sei untergegangen und von ihm für mehrere Jahre aus London in einen Wald in Deutschland verschleppt wird. Fuller schildert das Überleben der beiden, die Halluzinationen und den Verfall des Vaters bis Peggy schließlich nach Jahren die Flucht zurück zu ihrer Mutter nach London gelingt, resümiert die Kritikerin. Staude scheint den Roman gern gelesen zu haben, die "sensible" Übersetzung von Susanne Höbel lobt sie jedenfalls.
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