Spätestens seit im Frühjahr 2020 Lebensmittel in den Supermärkten knapp wurden, kennen wir alle dieses Gefühl der Unsicherheit: Müssen wir uns Sorgen machen, dass unser Versorgungssystem gefährdet ist? War das umfassende Vorsorgen, Preppen genannt, bis dahin einer kleinen Minderheit vorbehalten - die Coronakrise hat das Thema Krisenvorsorge zu einem Massenphänomen gemacht. Was passiert, wenn wir eines Tages ganz auf uns allein gestellt sind? Was, wenn die Infrastruktur zusammenbricht, der Strom ausfällt und die Wasserversorgung nicht mehr gewährleistet ist? Die Autorin beleuchtet eine Bewegung, die weitaus vielfältiger ist als oft vermutet und sich bis weit in die Mitte der Gesellschaft zieht: Prepper sind Sonderlinge, Außenseiter mit Hang zur Weltuntergangsstimmung, Verschwörungsideologen, Reichsbürger, Rechtsextreme und militaristisch eingestellte Pfadfindernaturen, aber auch viele ganz normale Bürger, die sich gemäß der Regierungsempfehlungen auf schwere Zeiten einstellen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 15.03.2021
Ein wenig ratlos ist Rezensent Thomas Balbierer angesichts des Phänomens der "Prepper" und wie sie hier vorgestellt werden - nämlich als Ansammlung sehr disparater Gruppierungen, in der sich gewaltbereite Neo-Nazis ebenso finden wie diverse Aussteiger, Rentner und Hartz-IV-Empfänger, Frauen wie Männer. Anfangs sei die Darstellung sogar fast sympathisierend, schließlich seien Weltuntergangsszenarien angesichts von "explodierenden Bevölkerungszahlen und schwindenden Ressourcen" nicht völlig abwegig. Je näher sich die Autorin dann jedoch durch Besuche und Gespräche mit bekannten Preppern befasst, desto unheimlicher wird dem Kritiker zumute beim Blick auf deren Wahnvorstellungen und Gewaltfantasien, Waffenlager und Leichensack-Depots. Was diese Leute wirklich miteinander verbindet, ist dem Kritiker am Ende der Lektüre leider aus dem Blick geraten.
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