Clara und Nina kennen sich seit Jugendtagen. Als sie nach vielen Jahren als erwachsene Frauen wieder aufeinandertreffen, leidet Nina bereits an den ersten Symptomen einer unheilbaren Erkrankung. Die beiden verlieben sich und stürzen sich in eine rasende Liebesbeziehung. In ihren Chatnachrichten bricht sich Begehren und Verletzlichkeit Bahn, Alltägliches steht neben Existenziellem. Während Nina trotz ihrer begrenzten Lebenszeit um eine Zukunftsperspektive mit Clara ringt, kämpft diese als alleinerziehende Mutter um Selbstbestimmung in einem Alltag aus Kinderpflege, Studium und Lohnarbeit. Wie lässt sich diese Liebe leben - angesichts der begrenzten Zeit, die Nina und Clara bleibt?
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 04.02.2026
Einen starken, formal außergewöhnlichen Roman liegt Rezensent Simon Sahner hier vor: Clara Umbach erzählt die Geschichte einer lesbischen Beziehung hauptsächlich mithilfe fiktiver Chat-Nachrichten, die sich die beiden Hauptfiguren Clara und Nina schreiben. Ein zentrales Thema ist dabei Ninas Huntington-Erkrankung, die unheilbar ist und zum Tod führen wird. Geschickt stellt das Buch die zentrale Beziehungsdynamik dar, etwa, wenn gezeigt wird, wie die beiden Frauen Claras persönliche Probleme gegen die Krankheit Ninas abwägen müssen. Nur gelegentlich finden sich zwischen den Chats erzählerische Einschübe, die unter anderem in die Vergangenheit führen, zu berühmten historischen queeren Paaren wie Virginia Woolf und Vita Sackville-West. Eventuell hat das Buch auch autofiktionale Anteile, aber was hier ausgedacht und was selbst erlebt ist, spielt für den Lesegenuss gar keine Rolle, findet ein angetaner Sahner.
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