Aus dem Französischen von Hans-Horst Henschen. Sehen: Der Ethnologe und Kulturanthropologe betrachtet und entschlüsselt Meisterwerke des Maler-Philosophen Nicolas Poussin. Hören: Er hört die Musik von Jean-Philippe Rameau und interpretiert dessen wegweisende Harmonielehre. Lesen: Er liest und analysiert kunsttheoretische Schriften des Enzyklopädisten Denis Diderot. Reflexionen über Jean-Jacques Rousseau, Charles Baudelaire, Arthur Rimbaud, Andre Breton, Michel Leiris, die Kunst der schriftlosen Völker und die japanische Holzschnittkunst sind Annäherungen an das komplexe Verhältnis zwischen Worten und Musik, zwischen Tönen und Farben. Die Essays von Levi-Strauss sind beispielhafte ästhetische Studien, die dazu anleiten, Malerei intensiver zu betrachten, Musik aufmerksamer zu hören und Literatur kundiger zu lesen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.03.2004
Mit Freuden begleitet Hanns Zischler Claude Levi-Strauss auf seinem "gelehrten und abwechslungsreichen Spaziergang" durch die Welt der Künste des 17. und 18. Jahrhunderts. Der Autor begnüge sich nicht damit, die Werke von Malern wie Poussin und Ingres oder den Komponisten Michel-Paul-Guy de Chabanon und Louis-Bertrand Castel resümierend zu beschreiben. Vielmehr entwickelt er in seinem Werk in einzigartiger Art und Weise eine "Collage" aus Selbstzeugnissen und Reflexionen späterer Künstler, lobt der Rezensent. So sei ein zwar recht schmales, aber dennoch "reichhaltiges" Buch entstanden, in welchem der Leser - der "ungemein flüssigen" Übertragung des Übersetzers sei Dank - wohl eine Antwort auf die Frage nach dem Schönen in der Kunst finden werde.
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