Das Mobiltelefon vereint nicht nur unterschiedliche Kommunikationsformen in einem Gerät, sondern interagiert auch in hohem Maße mit den kulturellen Kontexten seiner Nutzung. Dieses wechselseitige Verhältnis von Kultur und Medienkommunikation stellt Corinna Peil in den Mittelpunkt einer umfassenden Analyse und Systematisierung des Hybrid- und Konvergenzmediums "Handy". Als Untersuchungsfeld dient ihr dabei die mobile Medienkultur Japans, welche schon seit Jahren durch eine hohe Alltagsintegration und Anwendungsvielfalt mobiler Kommunikationstechnologien gekennzeichnet ist.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.09.2011
Ob die vernetzte mobile Kommunikation in der Lage ist, japanische Geschlechterrollen und gesellschaftliche Konstellationen auf lange Sicht zu verändern, kann Steffen Gnam dieser Studie von Corinna Peil nicht entnehmen. Wie die Verschiebung im Einzelnen aussieht, wie das Private durch Handy und E-Mail den öffentlichen Raum erobert und wie junge Frauen technosozial, etwa mit Handydekos, an ihrem Image arbeiten, setzt ihm das Buch auseinander. Zumindest momentan sieht Gnam den männlichen Zeitungsleser Japans als vom Aussterben bedroht. Hinweggefegt von blondierten, den neuesten Handyroman verschlingenden Mädchen mit knallbunten Smartphones.
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