Herausgegeben von Daniel Müller, Annemone Ligensa und Peter Gendolla. Der Begriff des "Leitmediums" steht aktuell zur Disposition. Gibt es noch Leitmedien? Erregte früher meist der angenommene Einfluss von Leitmedien Besorgnis, scheint nun vielfach der behauptete Verlust ihres Gemeinschaft bzw. Identitäten stiftenden Potenzials Bedenken auszulösen. Als "Leitmedien" werden dabei in Forschung und Öffentlichkeit höchst unterschiedliche Gegenstände bezeichnet und normativ besetzt. Die Bände ordnen Standpunkte zum Konzept "Leitmedium" aus Kommunikations- und Medienwissenschaft und gehen der Frage nach, inwieweit es noch Leitmedien gibt. Historische Entwicklungen früherer Leitmedien können die jetzige Situation verstehen helfen, ebenso wie umgekehrt die Beobachtung der aktuellen Situation historische Phänomene neu perspektivieren kann.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.05.2010
Nicht an den Schafen auf dem Umschlag orientieren, rät der hier rezensierende Mitherausgeber der FAZ Werner d'Inka seinen Lesern. Der Inhalt ist besser als das Äußere. Nicht nur über die Herkunft und die Definitionsvielfalt des Begriffs "Leitmedium" erfährt der Rezensent aus diesen zwei Sammelbänden, einem kommunikationswissenschaftlich, einem kulturwissenschaftlich orientierten, sondern auch, dass eine übergreifende Synthese hier nicht angebracht scheint. Die Komplexität macht auch, dass für den Rezensenten selbst nach dieser Lektüre einige Fragen offen bleiben. Wie sich ein Leitmedium identifizieren lässt, weiß d'Inka jetzt (Stichwort: Zitierhäufigkeit, Nutzerbindung etc.), auch dass sich darüber streiten lässt, ob es so etwas wie Leitmedien im Internet-Zeitalter überhaupt noch gibt. Eine insgesamt kompakte Übersicht zum Thema, freut sich der Rezensent.
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