Entrechtung, Vertreibung und schließlich Vernichtung der deutschen Juden - die Nürnberger Gesetze von 1935 schufen die entscheidende Grundlage aller späteren Maßnahmen. Sie und die anderen Elaborate der NS-Ideologen und NS-Bürokraten zur "Lösung der Judenfrage" sind das Thema dieser großen Synthese.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 29.12.2003
Auf große Zustimmung stößt bei Jürgen Zarusy Cornelia Essners Untersuchung der Nürnberger Gesetze, die Raul Hilberg die Grundgesetze des Holocaust nannte und die Carl Schmitt als die "Verfassung der Freiheit" bejubelte, wie der Rezensent erinnert. In ihrer Studie untersucht die Autorin in Zarusys Augen sehr präzise die Kriterien und Methoden, mit denen von recht und Verwaltung der "Rassenwahn zum Verwaltungsgegenstand" gemacht wurden. Zurecht spreche sie hierbei von einem "verwalteten Irrsinn", meint der Rezensent, denn in sich stimmig waren die Nürnberger Gesetze beileibe nicht. So argumentierten sie mal biologistisch, mal ideologisch, mal religiös - Hauptsache den Opfern blieb keine rechtliche Sicherheit und kein Schlupfloch.
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