Cornelia Funke

Die Farbe der Rache

Tintenwelt 4. (Ab 14 Jahre)
Cover: Die Farbe der Rache
Cecilie Dressler Verlag, Hamburg 2023
ISBN 9783751300070
Gebunden, 352 Seiten, 23,00 EUR

Klappentext

Fünf Jahre sind seit den Geschehnissen in "Tintentod" vergangen. Fünf glückliche Jahre. Aber dann wird Eisenglanz gesichtet, der Glasmann von Orpheus, dem erbitterten, silberzüngigen Feind von Meggie, Mo und Staubfinger. Der Grund: Orpheus plant Rache an allen, die ihn zu Fall gebracht haben, doch vor allem an Staubfinger, und er nutzt einen furchtbaren Zauber. Sind Bilder mächtiger als Worte? Staubfinger zieht aus, die Antwort zu finden. Der Schwarze Prinz aber macht sich auf die Jagd nach Orpheus. Staubfinger ist zurück!

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 24.11.2023

Eine "fulminante Rückkehr" in die Tintenwelt ist Cornelia Funke mit ihrer Fortsetzung der Tintenherz-Reihe gelungen, jauchzt Rezensentin Kim Kindermann. Alles, was man daran als Fan geliebt hat, findet man auch hier wieder, so Kindermann, für die die Geschichte von der ersten Seite an einen erzählerischen Sog entwickelt, der es in sich hat. In diesem vierten Band sinnt Orpheus, der die Fähigkeit mit seiner Stimme Figuren aus Büchern zum Leben zu erwecken, verloren hat, auf Rache an Staubfinger und seinen Freunden, verrät die Kritikerin. Dazu bediene er sich einer Zauberfarbe, die Menschen in Bilder verbannen kann. Staubfinger muss seine so gefangenen Freunde mit Hilfe des Schwarzen Prinzen und des Waldmädchens Lila retten: das ist klug erzählt, psychologisch nuanciert und ein echtes Abenteuer, freut sich die Kritikerin.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.10.2023

Rezensentin Mai-Charlott Heinze begegnet altbekannten, liebgewonnenen Figuren wieder, denn Cornelia Funke hat nach sechzehn Jahren doch noch einen vierten Teil der "Tintenherz"-Reihe vorgelegt. Schnell findet sie sich beim Lesen unter den Figuren wie Meggie und Mortimer wieder, die fähig sind, mit Worten Wirklichkeit zu schaffen, auch Meggies Tante Elinor tritt wieder auf, ebenso wie Staubfinger, Protagonist eines Romans im Roman. Konflikte gibt es in der Tintenwelt vor allem mit Orpheus, verrät Heinze, der einst das gleiche Talent hatte wie Meggie und ihr Vater, dieses aber eingebüßt hat und nun aus Frust mit den dunkleren Gestalten der Geschichte paktiert. Mit einigen wenigen Längen schreibt Funke für die Kritikerin ein Buch, das den schwierigen Spagat dazwischen hinbekommt, Geschehenes sinnvoll in die neue Geschichte zu integrieren, ohne nur zu wiederholen, was schon passiert ist - so kann sie hier Figuren und eine Erzählung mit echtem Tiefgang erleben, die neben dem Kampf um "Frieden in der Tintenwelt" auch das Zusammenspiel verschiedener Kunstformen eindrucksvoll beleuchtet, wie sie schließt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.10.2023

Mit "Die Farbe der Rache" hat sich Cornelia Funke der Versuchung ergeben, noch einmal in die Welt ihrer drei Bestseller "Tintenherz", "Tintenblut" und "Tintentod" zurückzukehren. Ein riskantes Unterfangen, glaubt Rezensentin Hadassah Stichnothe, und eine Herausforderung. Cornelia Funke meistert sie nur zum Teil. Beeindruckend ist etwa, wie locker sie ihre vormals männlich dominierte und ziemlich weiße Tintenwelt nun mit einigen deutlich diverseren Figuren bereichert, Rassismus thematisiert und eine alternative Form von Heldentum einführt. Mit Vergnügen folgt Stichnothe diesem neuen Personal. Und auch die vertrauten Figuren wie Staubfinger oder der Schwarze Prinz haben nichts an Charme und Tiefgang eingebüßt. Umso bedauerlicher findet die Rezensentin, dass Funke diesen spannenden neuen Figuren nur die alten ausgetretenen Pfade begehen lässt, die wir schon aus den drei Vorgänger-Romanen kennen. Thematisch orientiert sie sich zwar ein wenig um - statt der Macht der Worte wird nun die Kraft der Bilder beschworen - beim Aufbau der Handlung jedoch greift sie auf vertraute Schemata zurück. Schade.

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