Aus dem Amerikanischen von Ralf Vogel, Stephan Gebauer, Christiane Frohmann und Ines Bergfort. Wie einst die Pentagon Papers die öffentliche Wahrnehmung des Vietnamkriegs veränderten, enthalten die Afghanistan Papers erschütternde Enthüllungen von mehr als 1.000 Personen, die wussten, dass die US-Regierung die Fakten vor Ort verzerrt darstellte und manchmal sogar erfand - von Führungskräften im Weißen Haus und Pentagon bis hin zu Ortskräften und Soldaten an der Front in Afghanistan. Sie geben offen zu, dass die Strategie der US-Regierung ein Desaster und es ein kolossaler Fehlschlag war, einen afghanischen Staat nach westlichen Standards aufbauen zu wollen. Der abrupte Abzug der internationalen Truppen aus Afghanistan im Sommer 2021 war ein weiterer fataler Fehler in der Beurteilung der Situation vor Ort, dessen jüngste Folgen Craig Whitlock in seinem aktuellen Nachwort rekapituliert.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 11.01.2022
Rezensentin Jasamin Ulfat-Seddiqzai erfährt noch einmal en detail, was sie schon weiß, aus Craig Whitlocks Rekonstruktion des desaströsen Afghanistan-Krieg der USA. Über in den Wüstensand gesetzte Projekte, fragwürdige Kriegsstrategien und -ziele, kriminelle Bündnispartner und das Leid der afghanischen Bevölkerung berichtet der Autor laut Rezensentin anschaulich bis zur Schmerzgrenze.
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