Noam Chomsky

Was für Lebewesen sind wir?

Cover: Was für Lebewesen sind wir?
Suhrkamp Verlag, Berlin 2016
ISBN 9783518586945
Gebunden, 248 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Michael Schiffmann. Noam Chomsky begibt sich auf die Suche nach dem Wesen des Menschen.Chomsky nimmt seinen Ausgang bei der Sprache. Diese ist für ihn ein angeborener Mechanismus, der ein keineswegs zwingendes Muster aufweist und unser Denken bestimmt. Wir alle denken gemäß diesem Muster - und daher können wir auch nur das wissen, was die menschliche Sprache zu denken erlaubt. Einige Geheimisse der Natur könnten uns deshalb für immer verborgen bleiben. Zugleich eröffnet die Sprache aber eine kreative Freiheit; uns ist ein Freiheitsinstinkt gegeben, der uns gegen Herrschaft aufbegehren und eine freie Entfaltung suchen lässt. In der libertären Tradition von Wilhelm von Humboldt, John Stuart Mill und Rudolf Rocker zeichnet uns Chomsky als anarchische Lebewesen, die nach einer Assoziation freier Menschen streben.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 20.12.2025

Rezensent Jonas Hertel und Coraly von Welser stellen das neue Buch des gerade 97 gewordenen Noam Chomsky vor. Der Linguist und Intellektuelle verteidigt darin nach Meinung der Rezensenten einen "Mysterianismus", demzufolge die Grenzen unseres Verständnisses die Wissenschaft keineswegs behindern müssen. Chomskys stärkstes Beispiel im Buch ist laut Hertel/Welser Newton und seine Kapitulation vor der Gravitation. Zugleich preist der Autor die Unendlichkeit des menschlichen Denkvermögens. Ein Widerspruch? Der Autor verneint das, meinen die Rezensenten, und diskutiert "kurzweilig" unsere schöpferischen Potenziale anhand des Gemeinwohls. 

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 21.01.2017

Christiane Müller-Lobeck freut sich auf ein neues Buch von Noam Chomsky. Lange hat sie warten müssen, nun legt der Autor eine Art Konklusion seiner sprachwissenschaftlichen, anthropologischen und erkenntnistheoretischen Arbeit vor, meint sie, und versucht, in den vorliegenden Texten seine antikapitalistische und anarchistische mit seiner akademischen Seite zu vereinen. Laut Rezensentin gelingt das ganz gut, vor allem in den Breitseiten gegen die US-amerikanische Außenpolitik und die Politikverdrossenheit seiner Landsleute. Dass Chomsky seine sprachtheoretischen Kritiker im Buch so selten zu Wort kommen lässt, wundert Müller-Lobeck allerdings schon.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 13.01.2017

Michael Hampe trifft das bessere Amerika in Noam Chomskys Buch. Die eigene Sicht des Linguisten auf Welt und Mensch wird Hampe hier deutlich. Als Einführung in das Denken Chomskys taugt der Band ihm, weil die Neugier und die Intelligenz dieses politisch denkenden Wissenschaftlers darin zutage tritt, aber auch als konkrete (nicht utopische) Anleitung zum Umgang mit Tatsachen und den Grenzen menschlichen Verstehens und Handelns. Ein "intellektuelles Labsal" für Hampe, deren Effekte der Rezensent dem öffentlichen Zeichenaustausch à la Twitter zur Genesung wünscht.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.10.2016

Beinahe mit einem gewissen Romantizismus liest Rezensent Thomas Steinfeld Noam Chomskys vor drei Jahren an der Columbia Universität gehaltenen Lectures zu den Fragen "Was ist Sprache?", "Was können wir verstehen?" und "Was ist das Gemeinwohl?". Als Summe eines Gelehrtenlebens, halb akademisch, halb politisch aktivistisch, entfalten die Texte laut Steinfeld noch einmal die Grundzüge von Chomskys Sprachtheorie und stellen die Hausgötter des Wissenschaftlers vor: Descartes, Newton, John Locke. Was sie nicht enthalten, oder nur in Andeutungen, so Steinfeld, ist eine Auseinandersetzung mit den Zweifeln an Chomskys Theorie und mit ihrer wissenschaftlichen Kritik. Für den Rezensenten ein Beleg für das ungebrochene Selbstbewusstsein des Autors.

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