Aus dem Spanischen von Christian Hansen. Die abenteuerliche Geschichte eines modernen Don Quijote, der voller Zuversicht und Tatendrang die Mission verfolgt, Nachhaltigkeit, Identitätspolitik und Wokeness in die Provinz zu tragen. Eine scharfsinnige Satire auf die Debatten unserer Zeit. Enrique zieht zu seiner Tante nach La Cañada, einem Dorf im Osten von Spanien, um dem Stadtleben zu entfliehen, einen Gemeinschaftsgarten anzulegen und seine Ex-Freundin zu vergessen. Morgens macht er Yoga im Hof, im Dorfladen sucht er vergebens nach Quinoa und auf den höchsten Punkten der Umgebung nach Handyempfang. Auch wenn sich zu seinem Workshop zum Thema Neue Männlichkeit vorerst nur seine Tante und vier weitere Frauen einfinden und die Drohne, die seine Amazon-Bestellung liefert, eine Scheune in Brand setzt - Enrique kämpft tapfer dafür, die Landbevölkerung in der Moderne zu verorten, und wird schließlich sogar zum Bürgermeister gewählt. Als jedoch ein Filmdreh über den Spanischen Bürgerkrieg die Mitglieder einer rechten Partei auf den Plan ruft, weil sie denken, es sei die anarchistische Revolution ausgebrochen, und ein amerikanischer Sänger der kulturellen Aneignung beschuldigt wird, weil er in der traditionellen Tracht von La Cañada auftritt, wird Enriques Idealismus auf eine harte Probe gestellt.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 11.08.2023
Rezensent Maximilian Mengeringhaus sieht in Daniel Gascons Geschichte eines woken Stadt-Hipsters, der sich in der spanischen Provinz behaupten muss, nicht mehr als Kasperletheater für Intellektuelle. Für mehr reicht es leider nicht, bedauert der Rezensent, der dafür vor allem die episodische Erzählweise, den klamaukigen Witz und das Holzschnittartige der Figuren verantwortlich macht. Als Strandlektüre taugt das Buch dennoch, meint er, für etwas Geschmunzel ist es auch gut, aber eine richtige Parabel ist es nicht.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.07.2023
Rezensent Sebastian Schoepp scheint sich amüsiert zu haben mit Daniel Gascons Roman von 2020. Das liegt an der satirischen Note, mit der der Autor seine Aussteigergeschichte um eine woken Hipster in der spanischen Provinz versieht. Für Schoepp hat dieser Enrique, der den verdutzten Dörflern das Saufen und den Hühnern die heteropatriarchale Ordnung ausreden will, einerseits klar etwas von Don Quijote, andererseits ahnt er: Enriques gibt es überall auf der Welt. Dass Gascons Held, der am Ende zum Realpolitiker mutiert, auch Züge von Pablo Iglesias trägt, ändert für Schoepp an der globalen Gültigkeit der Geschichte nichts.
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