Identitätspolitik ist ein sperriges Wort und viele aufgeregte Debatten kreisen darum. Keiner vermag es so recht zu erklären, dabei ist der Kern dieses Kampfbegriffs so alt wie die Menschheit. "Wir zuerst!" ist ein Schlachtruf, der zu allen Zeiten ertönt ist. "America first" ist Identitätspolitik, aber auch "Black Lives Matter" nutzt die Schlagkraft, die von dem "Wir zuerst!" ausgeht. Beiden Parolen ist eine rätselhafte Mischung aus Plattitüde und Angriff zu eigen. Natürlich zählen schwarze Leben. Doch der Ruf wird militant, wo die Aussage "All Lives Matter" nicht mehr akzeptiert wird. Warum sollen "alle Leben" nicht zählen, und warum sollen nur "schwarze Leben" zählen? Oder geht es darum gar nicht? Mit diesen Fragen, die ins Herz der Identitätspolitik führen, beginnt Bernd Stegemann seinen ideengeschichtlich fundierten Essay, in dem er einen Blick auf die Kipppunkte der Identitätspolitik wie Opfermanagement, Intimkommunikation, Cancel Culture, Critical Race Theory oder Wokeness wirft und die Frage nach der Zukunft des Universalismus stellt.
Bernd Stegemann, der im vergangenen Jahr ein übrigens in den überregionalen Medien nicht einmal besprochenes Buch über Identitätspolitik veröffentlicht hat, möchte kein Linker mehr sein, bekennt er in der Welt. Nicht nur im Hinblick auf Migrations- und Klimapolitik attestiert er der Linken "Realitätsverweigerung" und "Sprachregulierung". Unser Resümee
Der "Woke-grüne Komplex" wird nicht nur von rechts in Frage gestellt. Gerade hat Bernd Stegemann ein Buch gegen Identitätspolitik veröffentlicht und findet laut Stefan Laurin von den Ruhrbaronen durchaus triftige Argumente. Unser Resümee
Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…