Daniel Glattauer

In einem Zug

Roman
Cover: In einem Zug
DuMont Verlag, Köln 2025
ISBN 9783755800408
Gebunden, 208 Seiten, 23,00 EUR

Klappentext

Eduard Brünhofer, ehemals gefeierter Autor von Liebesromanen, sitzt im Zug von Wien nach München. Nicht unbedingt in der Absicht, sich mit der Frau frühen mittleren Alters im Abteil zu unterhalten. Schon gar nicht in der Absicht, mit ihr über seine Bücher zu sinnieren. Erst recht nicht in der Absicht, über seine Ehejahre mit Gina zu reflektieren. Aber Therapeutin Catrin Meyr, die Langzeitbeziehungen absurd findet, ist unerbittlich. Sie will mit ihm über die Liebe reden. Dabei gerät der Schriftsteller gehörig in Zugzwang."Was befähigt einen Autor, über die Liebe zu schreiben?", fragt sie."Ihre Frage ist klüger als jede Antwort darauf", erwidere ich."Danke. Probieren Sie es trotzdem."

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.02.2025

Mit seinem neuen Buch versucht Daniel Glattauer, an den Erfolg seines Erstlings "Gut gegen Nordwind" anzuknüpfen - und scheitert kläglich, so der Rezensent Oliver Jungen. Die Geschichte eines Flirts im Zug von Wien nach München wirkt wie eine müde Wiederholung seiner früheren Werke, jedoch ohne deren ursprüngliche Leichtigkeit, moniert der Kritiker. Die Dialoge sind zwar pointiert, doch inhaltlich seicht, die Reflexionen über Beziehungen und das Schreiben oft floskelhaft, lesen wir. Besonders störend, so Jungen, sind bewusst schlecht geschriebene Passagen, die die Schreibblockade des Protagonisten verdeutlichen sollen, aber eher ermüden. Glattauer gelingt es nicht, den Zauber seiner frühen Werke wiederzubeleben. Stattdessen liefert er eine konstruierte und vorhersehbare Geschichte, die letztlich ihre eigene Authentizität untergräbt. Ein enttäuschender Versuch, einen alten Erfolg zu recyceln, resümiert der Kritiker.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 13.01.2025

Daniel Glattauers neuer Roman bewegt sich zwischen "Augenrollpointenfeuerwerk" und "Schriftstellerwunschtraumerfüllung", hält Rezensentin Judith von Sternburg fest. Der Protagonist Eduard Brünhofer ist Schriftsteller und seinem Schöpfer nicht unähnlich, erfahren wir, er begibt sich auf eine Zugfahrt zu seinem Verlag, der letzte Bestseller ist lange her, da trifft er im Zugabteil eine Frau. Er lässt sich von ihr in ein Gespräch verwickeln, sie scheint ihn anzuhimmeln, sodass Sternburg den Eindruck bekommt, es gehe Glattauer vor allem darum, seine Figur mal so richtig ausführlich von sich und ihren wirklich kleinen Nöten (er ist vielleicht ein Stück zu glücklich) erzählen zu lassen. Für die Kritikerin kein Meisterwerk, aber ein "Wohlfühlroman" mit angemessen interessanten und witzigen Dialogen.
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