Aus dem Kroatischen von Alida Bremer. Ivana Sajko führt uns in einen Krieg zwischen Küche und Schlafzimmer: Er, ein arbeitsloser Humanist, versucht die Welt zu verändern und einen Liebesroman zu schreiben. Sie, eine passable Schauspielerin, hat den sicheren Job im Theater gekündigt und kümmert sich um das gemeinsame Kind. Er ist berauscht, sie ist besorgt. Beide kreisen sie umeinander und dem Abgrund entgegen.
Rezensentin Doris Akrap kennt die kroatische Schriftstellerin Ivana Sajko als engagierte Kämpferin, seit sie vor zwei Jahren eine Initiative gegen den neuen, laut Akrap "protofaschistischen" Kulturminister in Zagreb startete. Dass sie jetzt für ihren "Liebesroman" vom Berliner Haus der Kulturen den Internationalen Literaturpreis erhält, findet Akrap mehr als verdient. Sajko erzählt in ihrem Buch - der Titel ist wohl sarkastisch zu verstehen - von einem jungen Paar in Kroatien, dem die politische Lage im Land jede Romantik austreibt. Wie tief "Krieg, katholische Kirche und Korruption" noch immer in das Leben der Menschen eingreifen, führt die Autorin der Rezensentin in ihrem Roman mit aller Macht vor Augen. Kurz blitzt bei Akrap auch eine andere Deutung auf: Macht das Land mit diesem Paar etwa, was die EU an Griechenland vorexerziert hat?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 16.12.2017
Für Norbert Mappes-Niediek legt die Dramatikerin Ivana Sajko mit ihrem dritten Roman nicht den romantischsten Liebesroman vor, aber einen sehr wahrhaftigen. Wie die Autorin das Elend der Gesellschaft aus zwei Menschen, einer gescheiterten Schauspielerin und einem Schriftsteller, heraus erzählt, dem Leser zeigt, wie Gefühle enstehen und wieder absterben, hat den Rezensenten beeindruckt. Politisch scheint ihm diese Autorin, die hier kaum je situative Spannung erzeugt, wie er erklärt, jedoch mit originellen Erlebnissen und scharfen Beobachtungen fesselt.
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