Egon Bahr war einer der wichtigsten Vertrauten von Bundeskanzler Willy Brandt und sein maßgeblicher außenpolitischer Berater. Zuerst ab 1969 als Staatssekretär im Bundeskanzleramt, dann ab 1972 als Bundesminister für besondere Aufgaben beim Bundeskanzler war er führend an der Ausarbeitung der Ostverträge beteiligt, gilt bisweilen als deren "Architekt". Berühmt wurde sein Motto der Ostpolitik der sozialliberalen Koalition "Wandel durch Annäherung". Von 1974 bis Ende 1976 wirkte er als Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit. Nach dem Ende seiner politischen Karriere war er wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Friedensforschung und Sicherheitspolitik der Universität Hamburg, seit 1984 ist er darüber hinaus Honorarprofessor an der Universität Hamburg. In "Deutschland im Blick" erscheinen ausgewählte Reden und Schriften Egon Bahrs zu den Schwerpunkten seines politischen Wirkens in Vergangenheit und Gegenwart: Deutschland- und Ostpolitik, Sicherheits- und Außenpolitik sowie zur SPD.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.06.2007
Erfreut zeigt sich Rezensent Werner Link von diesem zum 85. Geburtstag von Egon Bahr erschienenen Band mit ausgewählten Reden, Aufzeichnungen und Aufsätzen des Politikers, den er als einen "Architekten und zentralen Akteur der neuen Deutschland- und Ostpolitik" würdigt. Neben der schriftlichen Fassung des Fernsehinterviews mit Günter Gaus vom 9. April 2001 findet er darin zahlreiche Texte zur "Deutschland- und Ostpolitik" und zur "Sicherheits- und Außenpolitik". Besonders hebt er die Tutzinger Rede vom 15. Juli 1963 hervor (ein "Schlüsseldokument"), die das Programm einer neuen Ostpolitik bereits in nuce enthielt und mit dem Losungswort "Wandel durch Annäherung" wegweisend wurde. Allerdings bedauert Link das Fehlen anderer ebenso wichtiger Texte Bahrs wie etwa seine "Überlegungen zur Außenpolitik einer künftigen Bundesregierung". Dieser Mangel wird seines Erachtens teilweise kompensiert durch einige Texte, die für die aktuelle Diskussion von Interesse sind, in denen Bahr zum Beispiel für ein "handlungsfähiges Kerneuropa" auf der Basis enger deutsch-französischer Kooperation plädiert.
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