"Wir, die Völker der Vereinten Nationen - fest entschlossen, künftige Geschlechter vor der Geißel des Krieges zu bewahren, die zweimal zu unseren Lebzeiten unsagbares Leid über die Menschheit gebracht hat -, haben beschlossen: Alle Mitglieder unterlassen in ihren internationalen Beziehungen jede gegen die territoriale Unversehrtheit oder die politische Unabhängigkeit eines Staates gerichtete oder sonst mit den Zielen der Vereinten Nationen unvereinbare Androhung oder Anwendung von Gewalt."
Charta der Vereinten Nationen,abgeschlossen in San Francisco am 26. Juni 1945
Mit der Gründung der UNO gilt ein weltweites Kriegsverbot. Nur in zwei Ausnahmen sind kriegerische Maßnahmen zugelassen (Selbstverteidigung oder Mandat des UNO-Sicherheitsrats). Die Realität ist jedoch eine ganz andere. Dieses Buch beschreibt, wie in Vergangenheit und Gegenwart illegale Kriege geführt werden. Es zeigt, wie die Regeln der UNO und vor allem das Kriegsverbot gezielt sabotiert wurden und welch unrühmliche Rolle hierbei die Länder der NATO spielen. Es ist ein Buch von beklemmender Aktualität.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.04.2017
Was dieses Buch nun so wichtig macht, dass es den Verriss lohnt, wird nicht recht deutlich aus der Kritik Hans-Dieter Wichters (der einst Sprecher des Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers in NRW war). Er legt dar, dass Ganser sämtliche Militäreinsätze der USA seit den fünfziger Jahren als interessegeleitete Machenschaften anprangert und dabei nicht nach Legitimität unterscheidet. Aber die Eingriffe in der Schweinebucht 1961 oder im Irak 2003, die auch für Wichter nicht illegitim waren, und die Eingriffe im ehemaligen Jugoslawien seien nicht über einen Kamm zu bürsten. In vielen Fällen könnten sich die USA sehr wohl auf das Völkerrecht berufen, so Wichter. Auch Gansers These, dass die anderen Nato-Länder nur die Büttel Amerikas seien, lässt sich laut Wichter nicht aufrecht erhalten.
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