Aus dem Serbokroatischen von Ilma Rakusa. Danilo Kis's berühmter Roman erregte bei seinem Erscheinen 1976 in Jugoslawien einen Skandal. In "sieben Kapiteln ein und derselben Geschichte" werden sieben tragische Lebensläufe erzählt. Ihre Protagonisten fallen alle dem politischen Terror zum Opfer. In einer einzigartigen Mischung von Politischem und Poetischem, Fakten und Fiktion setzt Kis ihnen in diesem Buch ein Denkmal.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 05.04.2005
Als "hart und klar" lobt Martin Meyer Ilma Rakusas Neuübersetzung dieses Werks von Danilo Kis, das bei seinem Erscheinen 1976 den serbischen Dichter als "bourgoisen Ästhetiker" in arge Bedrängnis brachte. Er musste nach Paris auswandern. Kis erzählt darin sieben verschiedene Geschichten und doch immer wieder die gleiche: wie sich die Idee vom neuen Menschen der Menschlichkeit entledigte. Sieben Revolutionäre, in Russland, Polen, Ungarn oder Rumänien, werden Opfer ihrer eigenen Gesinnung, auf der Seite der Zukunft haben sie gestanden, nun wendet sich die Macht des Apparats gegen sie und ihnen bleibt allein der Selbstmord, um den Qualen der Folter und Verhöre zu entkommen. Doch nicht einfach wie eine Geschichte erzählt, fand Meyer diese Geschichten, sondern in einer Kunst des Schnitts und der Montage, die "weit über die Realitäten hinaus deren surreale Abgründe inszeniert". Dass das Werk an Brisanz nicht verloren hat, steht für den beeindruckten Rezensenten zweifelsohne fest.
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