Das kritische EU-Buch

Warum wir ein anderes Europa brauchen
Cover: Das kritische EU-Buch
Akademie Verlag, Wien 2006
ISBN 9783552060326
Broschiert, 318 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Attac. Die EU steckt in der Krise: Das Vertrauen der Menschen in die Union schwindet. In fast jedem Mitgliedsland formieren sich Anti-EU-Initiativen, die Zahl jener Menschen, die dem vereinten Europa skeptisch gegenüberstehen, ist in den Kernländern so hoch wie nie zuvor. Wir alle erleben, wie die Vision vom Vereinten Europa in der Realität zu einer unsozialen Freihandelszone verkommt.
Dieses Buch zeigt, wer die Politik in Brüssel macht - und für wen. Attac hat prominente Autorinnen und Autoren aus mehreren Ländern eingeladen, die großen Themen, die die EU in die Krise gebracht haben, kritisch zu analysieren und Visionen einer echten Umwelt-, Sozial- und Friedensunion zu zeichnen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.05.2006

Nichts Gutes weiß Stefan Fröhlich über dieses Buch zu sagen. Er findet es voreingenommen und politisch blind. Für die Krise der EU mache Attac, ein in Frankreich gegründetes Netzwerk von Globalisierungsgegnern, vor allem den Neoliberalismus verantwortlich. Fröhlich fasst sich an den Kopf und fragt, wie es dann kommt, dass ausgerechnet die am wenigsten von neoliberalen Reformen belästigten Länder in Europa, nämlich Frankreich und Deutschland, wirtschaftlich so miserabel dastehen. Fröhlich fragt sich auch, warum keiner der Autoren mal nach Skandinavien guckt, wo radikale Reformen geholfen hätten die Arbeitslosigkeit abzubauen, ohne dass deshalb der Sozialstaat abgeschafft worden wäre. Um die Frage Sozialstaat oder Neoliberalismus geht es doch gar nicht, meint Fröhlich. "Es geht schlicht um die Anpassung einiger europäischer Sozial- und Wirtschaftsmodelle."

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 22.04.2006

Wärmstens empfiehlt Rezensent Hans Arnold die Lektüre dieses von Attac Österreich herausgegebenen Buches - und zwar sowohl denjenigen, die mit den Positionen und Argumenten von Attac bereits vertraut sind, als auch den anderen, denen sich, wie der Rezensent vermutet, "manche neue europapolitische Perspektive" eröffnen dürfte. In 21 "gut aufeinander abgestimmten" Beiträgen, von denen die meisten eigens für diesen Band verfasst wurden, werden "alle Felder der EU-Politik präzise, sachlich und detailgenau analysiert". Das Bild, das sich so zusammensetzt, stimmt den Rezensenten nicht froh: Die Politik der EU werde "immer komplizierter und diffuser", die Institutionen entfernten sich zusehends von ihren Bürgern, wo eigentlich eine "Politik von unten" gebraucht würde, die EU hänge dem neoliberalen Dogma nach und vernachlässige paradoxerweise ihm zuliebe die erklärten Ziele des "Wohlstands" und der "Sicherheit", in der irrigen Annahme, nur der Liberalismus könne Wohlstand und Sicherheit bringen. Dies ist "ein wichtiges Buch zum richtigen Zeitpunkt", dem viel Resonanz zu wünschen ist, so das sehr wohlwollende Fazit des Rezensenten.
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