Hans-Peter Siebenhaar

Österreich - die zerrissene Republik

Cover: Österreich - die zerrissene Republik
Orell Füssli Verlag, Zürich 2017
ISBN 9783280056462
Gebunden, 272 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Noch bis vor kurzem blickten viele neidvoll auf das ehrgeizige EU-Land, das durch die Erschließung der osteuropäischen Märkte über Nacht reich wurde. Politische und wirtschaftliche Stabilität der neutralen Alpenrepublik schienen so sicher wie das Amen im Wiener Stephansdom. Doch das hat sich geändert. Die einst so geschätzte und in vielem bewunderte Alpenrepublik wird sich selbst und Europa zum Problem. Der ungehemmte Populismus hat die politisch-sachliche Atmosphäre vergiftet. Nur wenige Stimmen fehlten am Ende 2016, dann hätte erstmals ein Rechtspopulist in Westeuropa das höchste Amt im Staate bekleidet. Den beiden Volksparteien, die das Land im Alleingang abwechselnd regiert haben, droht der radikale Machtverlust. Der errungene Wohlstand durch die Osterweiterung ist gefährdet, Unternehmen und Banken hängen durch, die Arbeitslosigkeit steigt. Längst ist die fremdenfeindliche FPÖ zur stärksten politischen Kraft aufgestiegen. Kein Wunder, denn statt Überzeugungen und Prinzipien prägen Opportunismus und Ränkespiele das Land. Österreich wird zum Testfall für Deutschland und Europa.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.05.2017

Rezensentin Cathrin Kahlweit staunt, dass ein so sanftmütiger Mensch wie Hans-Peter Siebenhaar nun eine derart harte, entschiedene, traurige und "ätzende" Abrechnung mit seiner Wahlheimat vorlegt. Und doch kann die Kritikerin dem Autor bei seinem kenntnisreichen und durchaus begründeten "Rundumschlag" gut folgen. Zwar entdeckt Kahlweit im ersten Teil, in dem der Autor über das zur Modernisierung unfähige Zweiparteiensystem, die gegen die Menschenrechte verstoßende Flüchtlingsobergrenze oder über den österreichischen Nationalismus schimpft, die ein oder andere "redundante" Passage. Wenn der Korrespondent des österreichischen Handelsblatts allerdings ausführt, weshalb Österreich wirtschaftlich hinterherhängt und dabei die "Liebesdienerei" gegenüber Autokraten wie Wladimir Putin oder das Landgrabbing  von Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz anprangert, kann die Kritikerin die Wut des Autors gut nachvollziehen.

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