David Guterson

Der Andere

Roman
Cover: Der Andere
Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2013
ISBN 9783455403787
Gebunden, 349 Seiten, 22,99 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Georg Deggerich. Seattle 1972: Bei einem 800-Meter-Lauf treffen sich Neil und John William zum ersten Mal, zwei Teenager aus ganz unterschiedlichen Familien, und es beginnt eine außerordentliche Freundschaft. Als Jugendliche eint sie die Sehnsucht nach einem freien Leben in den riesigen Wäldern des amerikanischen Nordwestens, als Erwachsene trennen sie unterschiedliche Lebensentwürfe. Während Neil eine Universitätskarriere anstrebt, schlägt der sensible und hochintelligente John radikale Wege ein: Er geht in die Wälder und bricht alle Kontakte ab - für ihn der einzige Weg, ein authentisches Leben zu führen. Aber er braucht Neil, um seinen Traum zu leben, der bald schon zum Alptraum wird - für beide Freunde.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 01.08.2013

David Gutersons erzählt in seinem neuen Roman "Der Andere" die Geschichte einer eigenwilligen Freundschaft zwischen einem Englischlehrer mit Schriftstellerambitionen, seinem Ich-Erzähler und einem stinkreichen Aussteiger, John, dem titelgebenden Anderen, der sich in die Wälder Washingtons zurückgezogen hat und nur gelegentlich von Neil, so heißt der Lehrer, mit dem Nötigsten versorgt wird: Playboys, Dope und Fußpilztinktur, berichtet der Rezensent Ulrich Seidler. Als John in der Wildnis stirbt, hinterlässt er Neil sein gesamtes Vermögen, der erstmal ein Sabbatjahr einlegt und als Schriftsteller debütiert. Guterson lässt Neil ein wenig zu sehr auf "die Zitate-Tube und die Sentimentalitätsbremse" drücken, findet Seidler, aber weil auch der Autor ein ehemaliger Englischlehrer ist, will ihm der Rezensent keine Vorwürfe machen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.03.2013

Für Ulrich Baron ist das Buch von David Guterson kein Kriminalroman. Von einem Brudermord mag er auch nicht reden, denn in der Wildnis des Staates Washingtons zu Zeiten der Nixon-Ära, in die der Autor seine beiden Helden, Brüder im Geiste, schickt, um Joints zu rauchen, zu philosophieren und Schokokugeln zu essen, wird eben auch gestorben, und so endet denn einer der beiden "begraben in einer Kalkhöhle und einem Buch". Die Todesszene in ihrer beklemmenden Sachlichkeit hält Baron denn auch für eine der eindringlichsten der amerikanischen Literatur überhaupt.
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