Fantasielosigkeit, Fahrlässigkeit, Inkompetenz; mit diesen harten Begriffen charakterisiert David Marsh das Krisenmanagement der Europäischen Währungsunion. Auswege aus dem deflationistischen Teufelskreis gebe es nur, wenn man die Erpressungsmanöver leistungsschwacher Länder abwehre, aber auch gleichzeitig zu einer europaweiten Wachstumspolitik zurückkehre. Vielmehr herrsche jedoch ideologische Desinformation, wie in Orwells negativem Zukunftsszenario 1984.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.02.2014
Heute steht es besser um den Euro, findet Alexander Hagelüken, besser als 2011, das Jahr, zu dem die Streitschrift von David Marsh seiner Meinung nach besser gepasst hätte. Die rigorose Pauschalkritik des Autors am Euro, die deutsche und angelsächsische Währungskritik bündelt, möchte Hagelüken nicht ohne Weiteres hinnehmen. Seiner Meinung nach übersieht Marsh die Kräfte, die die europäische Währung seit Beginn der Krise freigesetzt hat, sowie auch die Chancen, die sich heute im Euroraum bieten. Für den Rezensenten handelt es sich nicht um eine Sackgasse, sondern eine Wegmarke, auch wenn er die antieuropäischen Argumente des Autors im Einzelnen durchaus nachvollziehen kann. Geballt findet er sie zu düster. Etwas mehr Optimismus genügt schon, meint er, dann scheint auch nicht gleich der Abstieg Europas vor der Tür zu stehen.
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