Aus dem Englischen von Peter Torberg. Ein Roman über Mord, Intrigen und Korruption im englischen Yorkshire. Jeanette Garland, vermisst gemeldet in Castleford, Juli 1969. Susan Ridyard, vermisst gemeldet in Rochdale, März 1972. Clare Kemplay, vermisst gemeldet in Morley am gestrigen Tag. Es ist Freitag, der 13. Dezember 1974, und Edward Dunford tritt seinen ersten Arbeitstag an. Endlich hat er den Job, den er immer wollte: Reporter bei der Evening Post. Nur weiß er noch nicht, daß er in den nächsten elf Tagen durch die Hölle gehen wird. Ein grausamer Mord wird entdeckt. Zeugen verschwinden spurlos. Und die Polizei scheint mehr zu wissen, als sie vorgibt ... Als Edward Dunford herausfindet, daß die Honoratioren der Stadt in den Mordfall verwickelt sind, beginnt ein Wettlauf mit dem Tod. "1974" ist der erste Teil von von David Peaces preisgekröntem Red Riding Quartett, einer Chronik Englands in den siebziger und frühen achtziger Jahren.
Tobias Gohlis hat in David Peace den englischen James Ellroy ausgemacht: die biografisch verankerte Obsession für kriminelle Abgründe, das Schreiben als Akt des Exorzismus, die "abgehackten, wie mit Stacheldraht bewehrten Sätzen" - all das erinnert an den amerikanischen Meister des morbiden Gesellschaftsporträt. Wie Ellroy hat Peace in einer Tetralogie die Geschichte eines Ortes in einer Zeit geschrieben: Das "Red Riding Quartett" über das Yorkshire seiner Kindheit und Jugend. Auf Englisch ist sie bereits abgeschlossen, hier liegt jetzt mit "1974" der erste Band vor. Es ist, so Gohlis, "ein Buch, das man zwischendurch zerreißen und die Toilette hinunterspülen möchte", so abstoßend und trostlos ist die Geschichte um brutale Mädchenmörder, fiese Unternehmer, "enthemmte Spießer" und um, nicht zuletzt, Eddie Dunford, den Reporter, der das Verbrechen aufklärt, dabei aber selber im Schlamm des Abgründigen versinkt. Doch zugleich ist es ein Buch voll "ungestümer Wucht", "das man dann doch nicht aus der Hand legen mag".
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