Aus dem Englischen von Hans Freundl. Viele lesbische, schwule und transgender Menschen sind mit massiver Gewalt konfrontiert. Nach wie vor ist zum Beispiel Homosexualität in 78 Ländern verboten, in acht sogar unter Todesstrafe gestellt. Westliche Länder rühmen sich ihrer eigenen Toleranz und verkennen dabei Rollbacks, Diskriminierungen und auch ihre historische Verstrickung in die erwähnten Gesetzgebungen. Aber dieses Buch zeigt vor allem die enormen Fortschritte, die mutige und stetige Kämpfe der LGBTI*Q-Bewegung in den letzten Jahrzehnten vielerorts durchsetzen konnten, durchaus auch dort, wo man es am wenigsten erwartet hätte. Die beiden australischen Wissenschaftler und Aktivisten beschreiben etwa mittlerweile weltweit verbreitete Ausdrucksformen wie etwa die Pride Parade und die Zusammenhänge mit dem Feminismus und der AIDS-Bewegung. Dabei gehen sie den sehr unterschiedlichen Ausprägungen in Ländern wie Kuba, Spanien, Indien, Südafrika oder Australien auf den Grund und machen Mut für eine Zukunft sexueller und geschlechtlicher Freiheiten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.03.2018
Auch wenn das Buch von Dennis Altmann und Jonathan Symons schon vor den letzten Präsidentschaftswahlen in den USA verfasst wurde, sind seine Ergebnisse von hoher Aktualität, versichert Rezensentin Allegra Pirker. Wie und wo queere Rechte auf der Welt bedroht sind, inwieweit das Thema politisch genutzt und wie unterschiedlich auch in westlichen Gesellschaften noch immer mit Homosexualität umgegangen wird, können ihr die Autoren frei von jeglicher Chronologie, aber auch frei von Polemik vermitteln. Indem sie sachlich auf Diskriminierungen hinweisen, meint Pirker, betreiben sie eine wirksame Form des Aktivismus.
Ingo Arend liest das Buch der beiden australischen Politologen Dennis Altmann und Jonathan Symons mit großem Interesse. Wenn die Autoren ihm die Ächtung von Homosexualität rund um den Globus vor Augen führen, am Beispiel Ugandas ein aktuelles sexualpolitisches "Rollback" aufzeigen und erklären, wie der Kampf um Gleichstellung weltweit zum politischen Instrument umfunktioniert wurde, zeigt sich Arend schockiert. Wenn Altmann und Symons im weiteren dazu übergehen, ein moralisches Pamphlet gegen allzu aktivistisches Aufbegehren zu präsentieren, spürt Arend die Provokation. Ihr Vorschlag eines Dritten Wegs der evolutionären Emanzipation wird für jede Menge Wirbel sorgen, prophezeit er, auch wenn dahinter kein Werterelativismus steckt.
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