Dennis Cooper

Ich wünschte

Roman
Cover: Ich wünschte
Luftschacht Verlag, Wien 2023
ISBN 9783903422216
Gebunden, 112 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Raimund Varga. Noch einmal kehrt Cooper zur Figur seiner ersten fünf Romane, die ihn in den 90er-Jahren berühmt gemacht haben, zurück: George Miles, er ist Coopers lebensbestimmende Liebe. Cooper erzählt von Georges traumatischer Kindheit; doch schon bald wechselt er zu Dennis und wie dem das Wünschen als Zehnjähriger das Leben gerettet hat. Er schreibt von dem folgenschweren Aufeinandertreffen zwischen George und Dennis und wie Dennis beginnt, sich Dinge für George zu wünschen. Und weil die größte Autorität im Wünscheerfüllen der Weihnachtsmann ist, ergründet Cooper den wahren Kern dieser Figur, um mit ihm zu verschmelzen. Dennis perfektioniert das Wünschen, er formuliert Wünsche, überarbeitet und verfeinert sie, um auf diese Weise zu erfahren, wer er ist. Er überträgt dieses Verfahren auf sein Schreiben und erkennt, dass all sein Wünschen immer um Liebe geworben hat. Dennis Cooper unterzieht sich dem schmerzhaften Unterfangen, unter bruchstückhaften Gedächtnissplittern die Wahrheit aufzuspüren: Hat George Dennis und hat Dennis George wirklich geliebt, wie es die Erinnerung glauben lässt, oder war es bloß und immer nur ein Wunsch?

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.10.2023

Als eine Art Generationenroman für Millennials an der Schwelle zur zweiten Lebenshälfte beschreibt Rezensent Kai Sina Dennis Coopers neues Buch, das den "George Miles Cycle" des Autors fortsetzt. Cooper greift laut Sina formal wie narrativ die Literatur der Postmoderne (Pynchon, DeLillo und so weiter) auf. Im Zentrum des Buchs über zwei Jungen, die sich ineinander verlieben, stehen laut Rezensent Transgressionen sowohl sprachlicher als auch thematischer, genauer gesagt sexueller Natur. Realitätsbezüge sollte man keine suchen bei Cooper, meint Sina, selbst da nicht, wo Körperlichkeit thematisiert wird. Genau das könnte den Reiz des Buchs für Millennials ausmachen, vermutet Sina, denn Cooper, schließt die insgesamt wohlwollende Rezension, schere sich nicht um Relevanz oder autofiktionale Selbstentblößung. Er will die Möglichkeiten der Literatur ausreizen, meint der anerkennende Rezensent.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 06.05.2023

Rezensent Thomas Hummitzsch ist Fan von Dennis Cooper: Auch im neuen Roman ergründe der amerikanische Schriftsteller "den dunkelsten Sumpf der menschlichen Existenz", findet der Kritiker. Man müsse Cooper aber nicht kennen, um auch dieses Buch zu schätzen, findet Hummitzsch. Diesmal spielt Coopers längst verstorbener Freund George Miles die Hauptrolle: Über dessen Bedeutung für sein Leben und Werk denke der Erzähler nach und stelle dabei dem zur Kunstfigur gemachten, psychisch kranken George in knappen Kapiteln "popkulturelle Pappkameraden" an die Seite, was in Teilen ein "kongenialer Mindfuck" bislang unbekannten Ausmaßes sei, schreibt der so begeisterte wie berührte Rezensent. Die Lektüre erfordere zwar große Bereitschaft, die aber mit dem Grenzübertritt in eine andere Welt belohnt werde, zu der die "stilsichere" Übersetzung von Raimund Varga den Weg ebne.

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