Herausgegeben von Michael Zöller und Hansrudolf Kamer. Thematisiert werden in 13 Beiträgen die aktuelle Kluft zwischen Europa und Amerika: die geänderte Welt aus amerikanischer Sicht; das Bild der öffentlichen Meinung - Umfragen in Amerika und Europa; Antiamerikanismen in Ost- und Westeuropa; historische Reflexionen über Europa, seine Zukunftschancen und Illusionen sowie Perspektiven der europäisch-amerikanischen Zusammenarbeit. Seit dem Terroranschlag am 11. September 2001 und der Antwort darauf sind wir Zeugen einer Verschlechterung der amerikanisch-europäischen Beziehungen. Neu ist das nicht, doch die Schärfe und das Misstrauen in der Öffentlichkeit auf beiden Seiten des Atlantiks deuten an, dass die Partnerschaft künftig auf einer neuen Grundlage operieren könnte. Im Zentrum steht der Wechsel von einer Allianz der Notwendigkeit zu einer Partnerschaft der Wahl. Namhafte Autoren und Praktiker wie George Shultz, R. James Woolsey und Harold James, Janusz Reiter und Walter Russell Mead, Craig Kennedy und James Sheehan machen sich in diesem Sammelband Gedanken über die Neuorientierung in der Weltpolitik. Der internationale Terrorismus und die amerikanische Macht stehen im Zentrum, aber auch der zunehmende Antiamerikanismus und die Unterschiede zwischen West und Ost im sich vereinigenden Europa werden untersucht.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 18.03.2006
Ein Plädoyer für die Bewahrung eines guten transatlantischen Verhältnisses sieht Rezensentin Anette Bingemer in diesem von Michael Zöller und Hansrudolf Kamer herausgegebenen Band, der Beiträge von zwölf prominenten politischen Experten aus Amerika und Europa versammelt. Dabei geht es nach Ansicht Bingemers nicht darum zu beschönigen, sondern die unterschiedliche Sicht der Weltlage zu dokumentieren. So geben die Beiträge Auskunft über Befindlichkeiten und Ziele, Umfrageergebnisse und Wünsche dies- und jenseits des Atlantiks. Wie Bingemer berichtet, sehen sie sich die Amerikaner vor allem im Krieg (gegen den Terrorismus) und mahnen, dass die Errungenschaften des Westens nur mit wehrhaften Staaten verteidigt werden könnten, während die Europäer erst einmal sich selbst und ihr transatlantisches Verhältnis gründlich reflektieren wollten. Das Buch legt für Bingemer "vorsichtig" nahe, "dass noch längst nicht abgemacht sei, wie das transatlantische Verhältnis zukünftig gestaltet werden wird - nur, dass man sich noch brauche jedenfalls."
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