1949 als reines Verteidigungsbündnis in der Zeit des Kalten Krieges geschlossen, gab es in der NATO gravierende Veränderungen, insbesondere seit dem Zusammenbruch des Kommunismus. Die Allianz dient den Mitgliedstaaten nicht mehr nur als Verteidigungsbündnis, sondern versteht sich in zunehmendem Maße als militärisch-politische Organisation, die die Sicherheit ihrer Mitgliedstaaten wahren und zugleich weltweit für friedliche stabile Verhältnisse sorgen soll. Nimmt die NATO immer mehr die Aufgaben einer Weltpolizei wahr, die ihr gar nicht zustehen? Wer entscheidet über die Wahl der Mittel, die von ihr eingesetzt werden? Wie sieht die Zukunft der Allianz in einer Welt aus, die zunehmend von Gefahren bedroht ist, die die bisherigen nationalen Grenzen überschreiten? Johannes Varwick stellt Geschichte, Struktur und Strategie der NATO dar und fragt nach der Zukunft des Bündnisses in einer sich wandelnden globalen Welt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 06.04.2009
Einen "kompakten" und "analytisch dichten" Band über die Geschichte der Nato hat Johannes Varwick anlässlich des 60. Geburtstags des Bündnisses geschrieben, lobt Rezensent Thomas Speckmann. Vor allem das Problem der Auslandseinsätze, die ein längerfristiges Engagement erfordern, habe der Autor sehr differenziert beleuchtet. Wie die Erfahrungen in Bosnien, im Kosovo und in Afghanistan gezeigt hätten, wären entsprechende Truppen tatsächlich nicht schnell genug verfügbar. Ebenso habe Varwick die zukünftigen Sicherheitsbeziehungen zu den USA und die Notwendigkeit Europas, Eigenverantwortung zu übernehmen, thematisiert. Der Rezensent hätte sich aber gerade in diesem Bereich etwas mehr Antworten erhofft.
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