Detlef Gürtler

Vorbild Deutschland

Warum die Amerikanisierung unserer Wirtschaft ein Ende haben muss!
Cover: Vorbild Deutschland
Eichborn Verlag, Frankfurt am Main 2003
ISBN 9783821839967
Gebunden, 190 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

Wer ohne entsprechende Vorwarnung deutsche Zeitungen liest, muss stündlich den Untergang der Nation erwarten: das unaufhörliche Gejammer über die Zustände hierzulande durch Deutschlands ökonomische und gesellschaftliche Eliten dringt lautstark aus jeder Zeile. Dem widerspricht Detlef Gürtler vehement: Deutschland ist im weltweiten Vergleich das zukunftsfähigste Modell, das es im Angebot der Wirtschaftsordnungen gibt. Weil der deutsche Weg des Kapitalismus längerfristig vor allem dem amerikanischen überlegen ist, sollten wir endlich anfangen, uns auf unsere Stärken wie den Mittelstand, Stabilitätskultur, Sozialstaat, Gewerkschaften oder Ordnungspolitik zu konzentrieren und deren Potenziale freilegen. Dann werden wir auch nicht länger Schlusslicht in Europa sein. Jammern auf weltweit höchstem Niveau dürfen wir zwar weiterhin, nur daran glauben dürfen wir nicht.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 17.03.2003

Alle jammern, nur Detlef Gürtler sieht kein Grund dazu, freut sich Johano Strasser. Gürtler spielt schon seit Jahren "den Hecht im Karpfenteich der Wirtschaftsjournalisten" und provoziert nach Strich und Faden, erklärt Strasser. Für den Autor haben wir das beste aller Systeme, vor allem ein viel besseres als das US-amerikanische. Ihre Dynamik verdanke die deutsche Wirtschaft - man höre und staune - den Gewerkschaften, führt Strasser aus und versucht sich bei dieser Aussage das ungläubige Gesicht Olaf Henkels vorzustellen. Die Einbeziehung aller gesellschaftlichen Kräfte werde sich auf Dauer nicht als Hemmschuh erweisen, referiert Strasser Gürtlers provokante Thesen, sondern im Gegenteil als überlegen. Für das allgemeine Krisengejammer zeige Gürtler wenig Verständnis: Deutschland erziele einen Exportrekord nach dem anderen, und auch die sozialen Sicherungssysteme und das Gesundheitswesen könnten - mit ein paar behutsamen Reformen - zukunftssicher gemacht werden. Es tut gut, meint Strasser, dass jemand dem Gejammer entgegenhält, auch wenn Gürtlers Weltsicht gelegentlich zu eng und platt ökonomistisch sei, was sich beim Umgang mit ökologischen Fragen zeige.

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