Herausgegeben von Klaus-Michael Mallmann, Andrej Angrick, Jürgen Matthäus und Martin Cüppers. Mit 50 Abbildungen und Karten. Bereits einen Tag nach Beginn des Unternehmens Barbarossa setzen die Ereignismeldungen UdSSR ein, die fast täglich im Reichssicherheitshauptamt zusammengestellten Berichte über die Tätigkeit der Einsatzgruppen in der Sowjetunion. Sie sind die bedeutendste, durchlaufende Quellengruppe zum Ostkrieg und zugleich Dokumente des Grauens. Auf rund 3000 Schreibmaschinenseiten ist minutiös festgehalten, wer, wann, wo und auf wessen Befehl hin welche Vergeltungsaktionen durchführte, Partisanen tötete oder Juden und Kommunisten in Massenexekutionen erschoss. So ist etwa die Dokumentengrundlage für das Massaker von Babij Jar, der größten Mordaktion im Jahr 1941, hier zu finden. Auf der Grundlage der Forschungen eines hochkarätigen Spezialistenteams ediert und kommentiert der Band erstmals sämtliche Ereignismeldungen des Jahres 1941, versehen mit einer Einführung, Literaturverzeichnis, Verzeichnissen der Dienststellen und Einheiten etc. Jeder, der sich mit dem Ostkrieg, mit dem Holocaust und den Kriegsverbrechen beschäftigt, ist auf diese Dokumente angewiesen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.01.2012
Ein großes Herausgeberteam und eine große Aufgabe. 4500 Seiten umfassen die ab 1941 vom Reichssicherheitshauptamt gesammelten "Ereignismeldungen UdSSR". Darin: Lagebeurteilungen über die besetzten Ostgebiete in der Sowjetunion. Diesen ausführlichsten Quellenbestand zur Geschichte der Einsatzkräfte im Vernichtungskrieg in seiner ganzen Unausgewogenheit (Morde und Wirtschaft haben in etwa den gleichen Stellenwert) und mit all seinen Fehlern zu erschließen, ist das von Andrea Löw anerkannte Verdienst der Herausgeber. Dass sie sich bei der Kommentierung auf die für den Holocaust relevanten Teile beschränken, hält sie für richtig, auch weil ihr der Anmerkungsapparat mit Ergänzungen, Richtigstellungen und so weiter auf diese Weise bereits umfangreich genug erscheint. Die Radikalisierung der Aktionen gegen die jüdische Bevölkerung bis hin zum Genozid lässt sich laut Löw mittels der Texte in ihrer schrecklichen Konsequenz nachvollziehen. Für die anvisierten Folgebände der Ausgabe wünscht sich die Rezensentin allerdings dringend ein Orts- und Sachregister.
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