Herausgegeben von Reinhard Grimmer, Werner Irmler, Willi Opitz und Wolfgang Schwanitz. Mit Beiträgen von Hardi Anders, Karli Coburger u. a. Mit einem Plädoyer von Peter-Michael Diestel. Die Textsammlung stellt die Geschichte des MfS aus der Sicht der Exponenten dar: Es ist die kompakte Darstellung der ehemaligen Führung - unzensiert, unkommentiert. Die Texte sind das Resultat kontroverser Diskussionen in verschiedenen Zirkeln. Die Autoren verfolgen damit verschiedene Absichten. Zunächst und zuerst wollen sie sagen, "wie es wirklich gewesen ist". Zum andern wollen sie das Bild korrigieren, das von "ihrem" Ministerium existiert. Und sie wollen den begründeten Vorwurf ihrer eigenen Leute, sie hätten sich in die innere Emigration zurückgezogen, korrigieren und endlich ihr Schweigen beenden. Schließlich betrachten sie ihre Texte auch als Wortmeldung zur Diskussion um die innere Sicherheit und den Kampf gegen den Terrorismus.
Empört reagiert Rezensent Joachim Walther auf diesen Versuch von zwanzig ehemaligen Stasi-Offizieren, "Gegenaufklärung" zu betreiben, um so das Ministerium für Staatssicherheit zu rehabilitieren und sich selbst zu entlasten. Die Stasi-Offiziere bedienen sich dabei nach Auskunft des Rezensenten ihrer vertrauten Terminologie und der beliebten Methode, Belastendes auszublenden oder als Lügengebäude abzutun, alles in ihr Weltbild Passende und sie Entlastende hingegen ausgiebig zu zitieren, wobei sie den erreichten Forschungsstand der historischen Aufarbeitung der DDR-Diktatur weitgehend ignorieren und diese Bemühungen durchgängig als "Hexenjagd" zurückweisen. Exemplarisch entlarvt Walther nur einige der Lügen, Halbwahrheiten, Verharmlosungen, Nivellierungen und Zynismen, von denen es auf den 1248 Seiten nur so wimmelt. Vor allem das einstimmende Vorwort Peter-Michael Diestel stößt Walther wegen seiner Verlogenheit sauer auf. Fazit des Rezensenten: ein Dokument von kaum glaublicher Dreistigkeit.
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