Horst Kopp veranlasste, dass in westdeutschen Medien Meldungen erschienen, die dann in der DDR-Presse zitiert wurden. Desinformation nannte man das, und Horst Kopp arbeitete in der zuständigen Abteilung. Sie sorgte auch dafür, dass Willy Brandt 1972 beim konstruktiven Misstrauensvotum Bundeskanzler blieb. Und Kopp sicherte DDR-Diplomaten ab, die auf Konferenzen im Ausland verhandelten.1985 aber geriet er selbst in die Geheimdienstmühle. Fünf Wochen saß er hinter Gittern, weil ihn die eigenen Leute für einen Westagenten hielten. Nach dem Bruch seiner Biografie bearbeitete er zwangsweise im Magistrat von Berlin - Ironie der Geschichte - Ausreiseanträge. Bis 1989 … Kopp erzählt sein spannendes, unerhörtes DDR-Schicksal, ohne mit diesem zu hadern.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.05.2017
Daniela Münkel ist ziemlich schlecht auf Horst Kopp und sein Buch zu sprechen. Dass der Autor sich hier offen rühmen darf, als Hauptamtlicher Mitarbeiter des DDR-Auslandsgeheimdienstes über wenig sympathische Interna Bescheid zu wissen und sie mit dem Gestus des Insiders gegen Honorar auch präsentiert, geht der Rezensentin gegen den Strich. Schlapphuterzählungen werden so zur geschichtlichen Wahrheit hochgejubelt, schimpft sie. Neben plausibel erscheinenden Details begegnet die Rezensentin im Buch immer wieder Unüberprüfbarem. Kopps Verbitterung über seinen Rauswurf aus Stasi-Diensten setzt der unangenehmen Lektüre für Münkel die Krone auf.
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