Unter Mitarbeit von Susanne Muhle. Als das MfS seine Akten vernichtete, gingen nicht nur die Unterlagen zu bedeutenden IM in die Schredder, sondern auch statistische Übersichten, denn der Öffentlichkeit wäre das gigantische Netz nicht zu vermitteln gewesen. Über 100.000 geheime Informanten vermutete der DDR-Innenminister im April 1990. Inzwischen ist in einzelnen Archivbereichen und Diensteinheiten des früheren MfS systematisch nach weiteren Daten gesucht worden, so dass nun - trotz aller Lückenhaftigkeit - ein weitgehend klarer Gesamtüberblick gegeben werden kann. In einzelnen Bezirken ist sogar ein vollständiges Bild möglich, bis hin zu jeder Kreisdienststelle und jeder Abteilung. Danach waren in den Jahren um 1975 und 1985 bis zu 185.000 Zuträger registriert - mithin jeder 50. Berufstätige in der DDR.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.11.2008
Laut Günther Heydemann schließt Helmut Müller-Enbergs "minutiöse" und "differenzierte" Untersuchung über das Ministerium für Staatssicherheit fast alle Wissenslücken in Sachen Staatssicherheit der DDR und Inoffizielle Mitarbeit. Heydemann lobt die Rechercheleistung des Autors, die eine genaue Rekonstruktion des ehemaligen IM-Netzes ermöglicht und zu den Rezensenten nicht selten überraschenden Aussagen über "Systemstabilität beziehungsweise Herrschaftsgefährdung" in der DDR führt. Heydemann erfährt Neues über die IM-Dichte in der früheren BRD und über das soziale Profil der Mitarbeiter. Sein Fazit: Ein Buch, das jede Verharmlosung der Stasi endgültig verbietet.
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