War Großbritannien 1945 noch eine der Hauptsiegermächte des Zweiten Weltkrieges und Zentrum des größten Weltreichs der Geschichte, so wurde das Land bis 1971, als es seine letzten Truppen aus Übersee abzog, auf den Status einer europäischen Mittelmacht in der NATO reduziert. Die 25 Jahre zwischen diesen beiden Zäsuren waren für das britische Militär angesichts eines stetig schrumpfenden Verteidigungshaushalts von einem immer schärfer werdenden Wettbewerb um Budgetanteile zwischen Denkschulen, Teilstreitkräften und Waffengattungen geprägt. Das Konzept der nuklearen Abschreckung konkurrierte mit der Vorbereitung auf den mechanisierten Großkrieg in Europa und den Anforderungen der Kolonialkriege in Übersee, von denen Großbritannien während der Dekolonisation mehr führte als jede andere Großmacht. Unterschiedliche Visionen vom Krieg der Zukunft waren die Hauptargumente in diesen Debatten über rivalisierende Strategien, die ihre Verfechter vorrangig in der britischen Militärpublizistik austrugen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.11.2009
Hm. Wozu diese freilich "grundsolide" Studie über die Gedankenlage und die "konkurrierenden Kriegsbilder" des britischen Offizierskorps eigentlich gut sein soll, muss sich der Rezensent in einer ruhigen Minute noch mal überlegen. Vorerst weist uns Harald Biermann auf den das abstiegsfokussierte Verständnis des British Empire korrigierenden Charakter der Arbeit hin. Bemerkenswert findet Biermann die breite Quellenbasis, auf der Dierk Walter die zahlreichen Kriege des Empires und die daraus folgenden Diskussionen über ein verbindliches "Kriegsbild" analysiert. Im Ergebnis bleibt das Buch für Biermann allerdings enttäuschend absehbar.
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