Herausgegeben von Stig Förster, Markus Pöhlmann und Dierk Walter. Zum Glück sind die Zeiten vorbei, da sinnentleertes Nachbeten von Schlachten und ihren Daten zum Programm des Geschichtsunterrichts in den Schulen gehörte. Doch die Kenntnis ihrer historischen Ursachen und ihres Verlaufs kann dazu beitragen, dass der Krieg als Handlungsoption, als "Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln" endgültig aus dem Repertoire zwischenstaatlicher Konfliktlösung verschwindet. Unter diesem Leitgedanken haben die Herausgeber vierundzwanzig internationale Historikerinnen und Historiker zusammengeführt. Fern aller Waffen- und Uniformverliebtheit ordnen sie die Schlachten in deren historisches Umfeld ein, beschreiben die Kriegsereignisse und erläutern ihre geschichtlichen Auswirkungen.
Durchaus positiv bespricht Reinhard Lebe dieses Buch, das ein heutzutage relativ unpopuläres Thema behandelt. Die Herausgeber hätten sich allerdings auf diesen Umstand eingestellt, indem sie moderne Auswahlkriterien angewandt hätten. Dies wirke sich besonders dahingehend aus, dass alle Schlachten auch in ihren wirtschaftlichen und kulturgeschichtlichen Kontext eingebettet worden sind. Im großen und ganzen sei so ein "kenntnisreich begründeter und komponierter Sammelband" entstanden, auch wenn nach Ansicht des Rezensenten einige Aufsätze nicht den "schriftstellerischen Reiz" besitzen, den das Thema eigentlich hergebe.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.10.2001
Sonja Zekri findet an dem von Stig Förster, Markus Pöhlmann und Dierk Walter herausgegebenen Band "Schlachten der Weltgeschichte" viel Gefallen. Die Aufsatzsammlung über 24 berühmte Kriegsschauplätze von der Antike bis in das 20. Jahrhundert leiste einen wichtigen Beitrag zu einer neuen, zivilen Militärgeschichtsschreibung. Die Stärke der Aufsätze liegt für Zekri darin, dass sie das Augenmerk auf die nachträgliche Mythisierung der Schlachten legt. Zudem integriere das unterhaltsame Buch einen Blick auf die Perfektionierung der Kriegsproduktion und die Erfindung neuer Waffen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 09.10.2001
Das Interesse für Schlachten ist erlahmt oder gilt gar als anrüchig, meint Wolfgang Sofksy, weshalb sich die drei Autoren dieses Bandes auch alle Mühe gäben, sich ja nicht den Ruf durch eine konventionelle Schlachtengeschichte zu verderben. Ihr Buch bietet Sofsky zufolge viel Interessantes: es entlarve sowohl den Mythos, dass es echte Entscheidungsschlachten wie die von Cold Harbor, Verdun oder Stalingrad gegeben habe und verdeutliche darüber hinaus von welchen Zufallsfaktoren der Ausgang einer Schlacht abhängig war: Wetter, Irrtümer, Inkompetenz. Immer aber waren gute Koordination und Kommunikation, Flexibilität und eine überlegene Technik weit wichtiger als die Opferbereitschaft der Soldaten. Über deren Perspektive wird Sofksy allerdings viel zu wenig ausgesagt; zugegeben, meint er, die Quellenlage ist da spärlich, aber Historiker wie Duby oder Keegan hätten vorbildlich gezeigt, wie man es machen könne. Sofksy vermisst die Kraft eigener Imagination, die er für ein unverzichtbares Element der historischen Erkenntnis hält.
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