Dieter Fortes Buch ist kein Roman, kein Sachbuch und kein Essay, aber vielleicht alles zusammen: Eine poetische Geschichte der Bilder und Bücher, des Lesens und Schreibens, des menschlichen Miteinanders im Lauf der Jahrhunderte. Das alles vor dem Hintergrund der alten europäischen Kulturstadt Basel, in der Dieter Forte seit vier Jahrzehnten lebt - eine Stadt der Künstler und Denker, der Drucker, Kupferstecher und Alchimisten, der Kaufleute und Bankiers, der Wissenschaftler und Narren. Sie kommen aus der Tiefe der Vergangenheit, verweilen vor dem Auge des Lesers, verwickeln ihn in ein Gespräch der großen Fragen und Antworten: Was ist der Mensch? Was macht er mit seiner Zeit - und was die Zeit mit ihm?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.05.2013
Martin Halter scheint die Vorliebe des Autors für alte, unverständliche Geschichten zu teilen. Dass Dieter Forte es nicht darauf anlegt, Wahres oder ordentlich mit Anfang und Ende Versehenes zu erzählen, Geschichten mit Pointen oder gar Moral, und stattdessen eigenwillige Außenseiter als Helden bevorzugt, passt laut Halter ganz gut zu diesem Autor, den er selbst für ein bisschen "aus der Zeit gefallen" hält. Das Buch nimmt er als Mischung aus Essay und Gedankensplittern, Betrachtungen und Basler Stadtgeschichten, in denen berühmte Basler Selberdenker nur mit Initialen vorkommen. Dafür, schwärmt Halter, geben sie aber um so schönere Gedanken über Bücher und das Wahre und Gute zum besten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 04.05.2013
Langen Anlauf nimmt Peter Urban-Halle, bis er konkret auf Dieter Fortes Buch über Basel, die Menschen dort und was sich anhand der Erfahrung mit beiden Allgemeingültiges über die Menschen sagen lässt, zu sprechen kommt: So positioniere Forte bereits in seinem bisherigen Schaffen labyrinthische Strukturen als eine Vielfalt von Möglichkeiten gegen übliche, geängstigte Auffassungen des Labyrinths. Und auch andere Autoren, erfährt man von Urban-Halle, hatten schon das Labyrinth im Titel ihrer Bücher. Schlussendlich erklärt er uns dann aber doch, was es mit dem vorliegenden Buch auf sich hat: In fünf, je mit vielen philosophischen Aphorismen eingeleiteten Kapiteln stellt Forte in seinem "Weltsuchungs- und Weltfindungsbuch" die verschrobenen "Narren", die Basel offenbar in großer Zahl bevölkern, vor - von Alchemisten bis verrückten Professoren, die, so Urban-Halle, mit ihren Überlegungen die Welt ordentlich aus den Fugen geraten lassen.
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