Es ist ein weites Feld von Fragen, das der Untertitel dieses Bandes umreißt. Immerhin eng miteinander zusammenhängende Fragen, wie: Welches ist, welches wäre die zeitgemäße Gestalt des/ der Intellektuellen?. Welche "Eigenschaften" sollte ein intellektueller Kopf haben? Wo rangiert dabei die Kritikfähigkeit? Ist ein Intellektueller - noch - ein Gesellschaftskritiker? Gibt er politisch-moralische Urteile ab? Oder ist er ein Diagnostiker, der sich der Urteile enthält? Wird er zum Flaneur in der Welt des Cyberspace? Benötigt er Theorien, und wenn ja, welcher Bauart und Reichweite? Ist er eher Wissenschaftler, oder eher Literat? Oder nichts mehr von alledem? Der Band fasst eine Folge von Beiträgen zusammen, die in der "Neuen Zürcher Zeitung" erschienen bzw. noch erscheinen werden.
Jüngst hatte die Neue Zürcher Zeitung eine Essay-Reihe, betreut von NZZ-Redakteur Uwe Justus Wenzel, über kritische Intellektuelle veröffentlicht, in der Denker wie Axel Honneth, Michael Walzer, Ralf Dahrendorf oder Christina von Braun ihre Positionen präsentierten. Diese Reihe liege nun als Sammelband vor, informiert Dirk Knipphals, und ersetze, freut sich der Rezensent, "mindestens drei Tagungen". Denn kurz und knapp könne der Leser hier entnehmen, was aktuell über Intellektuelle gedacht werde. Besonders spannend findet Knipphals einen "Schlagabtausch" zwischen Honneth und Walzer, denn der verdeutliche die Unterschiede im deutschen und US-amerikanischen Denken. So plädiere Honneth für einen fundierten theoretischen Überbau in der Positionsbestimmung eines Intellektuellen, während Walzer "Mut", "Mitleid" und "ein gutes Auge" für kritisches Denken ausreichten.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.10.2002
Welchen Platz nimmt der Intellektuelle in der Welt ein, was sind seine Aufgaben, was seine Ansprüche? Diesen Fragen geht, informiert der Rezensent mit dem Kürzel "nibl" in seiner sehr kurzen Besprechung eines von Uwe Justus Wenzel herausgegebenen Sammelbandes nach. Den Rezensenten scheint einzig ein "kleiner, schillernder" Aufsatz von Wolfgang Sofsky zu interessieren, in dem der Autor auf zwei "große Gefahren" für den Intellektuellen hinweise. Einmal müsse er sich davor hüten, "scheinheilig" den "Moralwächter" zu spielen, andererseits solle er immer im Auge behalten, gerade nicht den "Blick aufs Detail" zu kultivieren. Vielmehr, referiert "nibl" weiter, sei es Aufgabe des Intellektuellen, Allgemeines und Besonderes zusammenzubringen und "illusionslos" zu beobachten. Den Anspruch Sofskys findet "nibl" schon nachvollziehbar, stört sich aber daran, dass der Autor diesem wegen seiner eigenen Vorbehalte gegenüber Intellektuellen nicht gerecht werde.
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