Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 17.04.2001
Die Europäische Union hat sich verrannt. So in etwas könnte man die Aussagen von Dieter Freiburghaus, Politologe am Institut de hautes études en administration publique in Lausanne, und seines Teams, das Leonhard Neidhart von Freiburghaus eindeutig zu wenig gewürdigt sieht, zusammenfassen. Der Vorgänger der EU, die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) bot wesentlich stabilere Alternativen für ein künftiges Europa als die EU, behauptet das Forschungsteam. Seine Thesen hat es nach Ansicht des Rezensenten gut untermauert. Er findet die Studie sehr informativ, spannend und prägnant. Und damit habe sie ihre eigene Ankündigung, ein Lesbuch zu Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der europäischen Integration zu sein, voll eingelöst. Für besonders originell hält Neidhart die im dritten Teil des Buchs vorgeschlagene Lösung, das Dilemma verfehlter Politik derart zu mindern, indem man sich auf den Idealtypus der objektiven Zweckmäßigkeit besinnt. Allerdings beinhaltet der nicht, so Neidhart, die Berücksichtigung von Naturschutz, die Kontrolle moderner Technologien und die Bekämpfung der Armut. An diesen Punkten verharrten die Autoren leider in ökonomischem Reduktionismus. Trotzdem hält er aber die Studie für "außerordentlich seriös" und für einen wichtigen Beitrag zur Diskussion über die Zukunft der EU.
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