Das Buch des bekannten Politologen Wilfried Röhrich zielt auf jene breite Spannweite zentraler Problemlagen, die seit dem Ende des Ost-West-Konflikts die Blickrichtung der Politikwissenschaft bestimmen. Was im Bereich der Politischen Philosophie zu neuen Reflexionen über die Idee realer Humanität führte, die sich gestaltend in geschichtlicher Praxis verkörpert, das steigert sich im Erkenntnisgrad von der politischen Kultur-Forschung über die Politische Systemlehre bis zur Internationalen Politik.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.04.2002
Die Politikwissenschaft differenziert sich immer weiter aus in immer eigenständigere Unterdisziplinen, und da ist Werner Link froh, dass sich ein Politologe wie Wilfried Röhrich an eine Gesamtdarstellung wagt. Politische Ideengeschichte, der politische Kulturbegriff, die internationalen Beziehungen - alles kommt vor. Link informiert uns, dass Röhrich hier ein älteres, nach dem Mauerfall verfasstes Buch zum Teil ganz neu bearbeitet hat. Auch betont er Röhrichs Herkommen aus dem Umkreis der Frankfurter Schule und einer "kritischen und emanzipatorischen Politikwissenschaft". Den offensichtlich etwas pathetischen Thesen zur Globalisierung und zur Notwendigkeit von "regulativen Prinzipien einer internationalen Moralität" mag Link wohl nicht folgen. Aber er zitiert sie nur in leicht mokantem Ton und lässt sich zu einer näheren Kritik in seiner kurzen Rezension nicht herab.
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