Im Laufe ihrer fast 140jährigen Geschichte ist die Deutsche Bank stets ein Vorreiter gewesen, um ökonomische und politische Verbindungen zwischen Deutschland und dem Rest der Welt herzustellen. Der amerikanische Markt hatte höchste Priorität im Auslandsgeschäft, war aber gleichzeitig auch die größte Herausforderung für die Bank. Christopher Kobrak erzählt die wechselhafte Geschichte des internationalen Bankgeschäfts, das sich von wenigen Transaktionen, die auf persönlichen Kontakten beruhten, zu einem enormen transnationalen Markt entwickelt hat. Auf der Grundlage umfangreicher Archivrecherchen stellt Christopher Kobrak das Engagement der Deutschen Bank in den USA dar. Er macht deutlich, daß die sich immer wieder wandelnden nationalen und internationalen ökonomischen Rahmenbedingungen entscheidend für die Aktivitäten der Bank waren. Wie vielen anderen ausländischen Investoren erging es auch der Deutschen Bank. Ihre Hoffnung, die verführerischen Chancen zu nutzen, die der amerikanische Markt bot, wurde von zahlreichen politischen und juristischen Barrieren häufig zunichte gemacht. Der Autor zeigt, wie der grenzüberschreitende Fluß von Information und Kapital die Geschichte bestimmt hat und wie sich die moderne Form der Globalisierung von früheren Formen unterscheidet. Ein Buch für alle, die sich für die Geschichte der deutsch-amerikanischen Beziehungen und die Entwicklung der internationalen Finanzmärkte seit dem späten 19. Jahrhundert interessieren.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 26.09.2008
Positiv beurteilt der "cei." zeichnende Rezensent diese Darstellung der wechselvollen Geschichte der Deutschen Bank in den Vereinigten Staaten, die der Wirtschaftshistoriker Christopher Kobrak vorgelegt hat. Er schätzt die gründlichen Recherchen des Autors im Archiv der Deutschen Bank und lobt das Buch als "gut geschrieben", betont aber auch, es handle sich um ein wissenschaftliches Werk, das keine "gefällige Lektüre" biete. Bisweilen braucht der Leser seines Erachtens schon einen langen Atem, etwa wenn Kobrak seitenlang die Details von Umschuldungen bestimmter Eisenbahnanleihen beschreibt, warnt der Rezensent. Nichtsdestoweniger gelingt es dem Autor in seinen Augen, das Bild einer Bank zu zeichnen, "die zwar immer an das Potenzial der Neuen Welt glaubte, deren Elan aber über Jahrzehnte durch politische Unwägbarkeiten gebremst wurde".
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