Sauberes Wasser ist die Grundvoraussetzung irdischer Existenz, und nichts verdeutlicht die Bedeutung einer öffentlichen Gemeinwohlsicherung stärker als die Frage der Wasserversorgung. Im Zuge der neoliberalen Privatisierungs- und Globalisierungsideologie fiel jedoch Anfang der neunziger Jahre auch diese Bastion öffentlicher Alleinverantwortung. Seither wird die Privatisierung der Trinkwasserressourcen und der damit verbundenen Dienstleistungen einerseits als Königsweg propagiert, andererseits vehement bekämpft. Das Buch macht die komplexen Dimensionen der globalen Wasserkrise sichtbar und verfolgt die Entwicklung von der öffentlichen Daseinsfürsorge zu Strukturen globaler Governance eine Entwicklung, die eng mit theoretischen Auffassungen über die Bedeutung der Allmende, die beste Art der Gemeinwohlsicherung und die Möglichkeiten politischer Steuerung verknüpft ist.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.08.2010
Mit Spannung angesichts der aktuellen weltweiten Probleme mit der Ressource Wasser nimmt Hansjörg Küster das Buch zur Hand. Küster lernt über Global Governance, eine Bezeichnung, hinter der sich staatliche und nichtstaatliche Organisationen tummeln und, mehr schlecht als recht, wie Küster erfährt, Wasserpolitik betreiben. Von mangelnder Effizienz, Pfründepolitik und mafiösen Strukturen weiß Petra Dobner dem entsetzten Rezensenten zu berichten, allerdings ohne sich selbst genügend für mehr Sachverstand in den Diskussionen stark zu machen und gegen den Betroffenheitskult auf den Wasserkonferenzen. Für Küster ein Manko des Buches.
Mit zwei Büchern über die umkämpfte Ressource Wasser setzt sich Christiane Grefe auseinander. Petra Dobners Habilitationsschrift über die globale Wasserpolitik überzeugt sie durch ihre gründliche Darstellung der Problematik der privatisierten Wasser-Dienstleistungen. Laut der Politikwissenschaftlerin, die zudem studierte Medizinerin und Philosophin ist, wie wir erfahren, wurde kostbare Zeit in der globalen Wasserpolitik verspielt, indem unbeirrt die Privatisierung vorangetrieben wurde. Neoliberalismus-Kritik sei zwar nicht neu, doch wie so ein Prozess im Detail abläuft, stelle die Autorin in bislang kaum praktizierten Gründlichkeit dar, preist die Rezensentin. Wenn Grefe die "scharfe" Analyse der herrschenden Wasserpolitik auch zu würdigen weiß, zeigt sie sich vom Fazit, das Dobner zieht, weniger beeindruckt. Deren Ruf nach demokratischeren und regionaleren Lösungen in der Wasserpolitik lässt sich nach Meinung der Rezensentin schwer mit den Anforderungen nach "globalen Kooperation" in der Wasserversorgung verbinden, und wie ein "Regieren jenseits des Staates", für die die Autorin plädiert, aussehen könnte, erfährt Grefe in diesem Buch zu ihrer Enttäuschung nicht.
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