Die Versprechen des sogenannten realen Sozialismus erwiesen sich
als ebenso falsch wie die Kämpfe der RAF oder die entgleisende
Elternliebe der Kriegsgeneration: Dreimal "Falsches Rot". Damit erkundet und
dokumentiert Dieter Gräf mit Gedichten und Fotografien in seinem
neuen Gedichtband auf poetischen Reisen den ehemaligen Ostblock,
die deutsche Geschichte und die eigene Kindheit.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 05.06.2018
Paul Jandl ist positiv überrascht von Dieter M. Gräfs Gedichten. Weltfremdheit? Mitnichten, meint Jandl, der in den Texten Zeiten und Orte gespiegelt sieht, vom 16. Jahrhundert über Auschwitz bis zu den Balkankriegen. RAF oder die Arbeiterdichtung der DDR, Rolf Dieter Brinkman und die Farbe Rot als Einstellung kommen laut Jandl vor in diesem "Marsch durchs Große und Ganze". Auch wenn es kein Spaziergang ist, das Fehlen jeglichen falschen Pathos' beim Umkreisen der Idee des Humanen und das Erkennen des Monströsen in den Ideologien sowie Gräfs ganz eigene Rhetorik, die der Autor mit eigenen Fotos stützt, sorgen für funkelnde Zeilen, versichert der Rezensent.
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