Costiera Amalfitana
Geschichte einer Landschaft

Klaus Wagenbach Verlag, Berlin 2024
ISBN
9783803113818
Gebunden, 160 Seiten, 24,00
EUR
Klappentext
Wer kennt die Gegend zwischen Neapel und Salerno besser als Dieter Richter? Jahrzehntelang hat er darüber geforscht, in Büchern und vor Ort, jeden Winkel hat er bereist. Er hat mit den Menschen gesprochen, ihre Küche probiert, und er hat sich ausgiebig mit der Geschichte dieser Region befasst. Er liebt die ansässigen Autoren ebenso wie die dortigen Sehenswürdigkeiten und Bräuche. Mit Hingabe erzählt er von der Amalfi-Küste als einem der großen Wunder Italiens. Trotz der unwirtlichen Felsen ließen sich dort schon in der Antike die ersten Ansiedler nieder. Die Höhlen boten Schlupfwinkel für Piraten. Später beherrschten die Schiffe Amalfis, der ältesten Seerepublik Italiens, den Handel mit dem Orient. Die wilde Schönheit der Costiera - geprägt von der Arbeit vieler Generationen, die kunstvoll die steilen Abhänge terrassierten und in hängende Gärten verwandelten - zog seit der Romantik Künstler und Schriftsteller wie Karl Friedrich Schinkel, William Turner, Carl Blechen, Fanny Mendelssohn, Leo von Klenze, Richard Wagner, Mary Shelley, André Gide, Siegfried Kracauer, Max Pechstein und Walter Benjamin an. Keine Region wurde häufiger gemalt und bedichtet. Mitte des 20. Jahrhunderts Zufluchtsort für von den Nazis Verfolgte, wurde die Amalfi-Küste 1997 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 15.08.2024
Dieter Richter, früherer Literaturprofessor in Bremen, verbringt seit den Achtzigerjahren viel Zeit an der Amalfiküste und hat ein kenntnisreiches Buch über diese legendenumwobene Landschaft geschrieben, hält Rezensent Alexander Cammann fest. Die "einzigartige Terrassierung" der Küste, die beispielsweise die Amalfi-Zitrone hervorgebracht hat, kommt ebenso zur Sprache wie die Künstler, die, wie William Turner, Anfang des 19. Jahrhunderts "Licht, Felsen und Meer" porträtiert haben, so Cammann. Aber auch die Probleme des Overtourism finden Eingang in dieses wirklich lesenswerte Buch, wie der Rezensent festhält.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.07.2024
Rezensent Thomas Hauschild freut sich bannig über eine Wiederbelebung der Landschaftsschilderung a la Germaine de Stael beim Literaturhistoriker Dieter Richter. Richter teilt seine Expertise die Amalfiküste betreffend in bizarren Entdeckungen, Anekdoten und einem gescheiten Nachdenken über Raum, Kultur und Identität am Beispiel der vertikalen Orte Positano, Amalfi, Ravello etc., erklärt Hauschild. Es geht um Massentourismus, Italiensehnsucht, Mikro-Ökologien, arabische Einflüsse, Fischsauce, Katastrophen und Künstlerkolonien, so Hauschild. So viel gesammeltes historisches wie kulturelles Wissen in einem Tableau sieht er selten, der Rezensent.