Aus dem Italienischen von Victoria Lorini. Einleitung und Kommentar von Hana Gründler. Seit der Antike kreist das philosophische Denken um die Frage nach dem guten Leben: Die Aufgabe einer gelungenen Existenz als Individuum und als aktiv gestaltendes Mitglied der Gesellschaft, die Suche nach praktischen Mitteln zur Vermeidung von Leid und die Erlangung des Seelengleichgewichts in einer krisenhaften Welt sind Themen von ungebrochener Aktualität. In seiner Schrift lotet der Renaissancegelehrte Leon Battista Alberti in der Form eines Dialogs die ganze Bandbreite menschlicher Emotionen aus und denkt über das ausgeglichene Selbst nach, das nur durch konstante Pflege und Übung erreicht werden kann. Geistsprühend, anspielungsreich und elegant zeigt Alberti, welch wichtige Rolle der sinnlichen Wahrnehmung, der ästhetisch-künstlerischen Erfahrung der Lebenswelt sowie der gemeinsamen Erkenntnissuche auf dem Weg zu einem ethischen und politischen Sein zukommt.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 18.08.2022
Rezensent Alexander Cammann fegt alle Ratgeberliteratur zum Thema Glück und Gelassenheit vom Tisch und greift lieber zur knapp sechshundert Jahre alten Schrift "Über die Seelenruhe" des Florentiner Humanisten, Baumeisters und Kunsttheoretikers Leon Battista Alberti. Denn die liegt nun nicht nur vorbildlich kommentiert von Hana Gründler und ebenso leuchtend übersetzt von Victoria Lorini auf Deutsch vor, so der hingerissene Rezensent, sie eröffnet ihm wenn auch nicht neue, dann doch so vergnügliche wie lehrreiche Einsichten: Angetan flaniert Cammann mit Alberti und seinen Dialogpartnern Agnolo Pandolfini und Nicola de' Medici durch Florenz und notiert dabei so manch zeitlose Weisheit.
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